Der drastische Strategiewechsel hin zur Chemie zahlt sich für OMV operativ bereits aus. Während die Neuausrichtung greift, lähmt ein ungelöster Konflikt zwischen den Großaktionären die Führungsspitze. Wenige Monate vor dem Abgang von CEO Alfred Stern fehlt weiterhin ein Nachfolger, was zunehmend zum Risiko für die laufende Transformation wird.
Die Suche nach einem neuen Konzernchef gestaltet sich äußerst zäh. Obwohl Alfred Stern sein Amt Ende August 2026 niederlegt, blockieren sich die beiden größten Anteilseigner gegenseitig. Während die österreichische Staatsholding ÖBAG den amtierenden Borealis-Chef Stefan Doboczky favorisierte, legte der zweitgrößte Eigentümer ADNOC aus Abu Dhabi ein Veto ein. Da internationale Top-Manager oft Kündigungsfristen von mindestens sechs Monaten mitbringen, schließt sich das Zeitfenster für einen reibungslosen Übergang zusehends.
Chemie-Fokus fordert Dividenden-Tribut
Operativ hinterlässt der scheidende CEO einen grundlegend veränderten Konzern. Erstmals übertrifft das operative Ergebnis der Chemiesparte mit 784 Millionen Euro das klassische Energiesegment, welches einen Rückgang auf 2,7 Milliarden Euro verzeichnete. Diese Verschiebung bringt eine neue Ausschüttungspolitik mit sich, die Anleger stärker vom Ölpreis entkoppeln soll.
Allerdings verschiebt sich das geplante Listing der Borouge Group International (BGI) voraussichtlich auf 2027. Der BGI-Beitrag zur Dividende halbiert sich dadurch auf 250 Millionen US-Dollar. Diese Verzögerung dürfte die Ausschüttung für das laufende Jahr konkret um 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie schmälern.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Omv?
Analysten warnen vor Gegenwind
Ungeachtet einer Kursrally von über 32 Prozent seit Jahresbeginn mehren sich kritische Stimmen. RBC Capital Markets stufte den Titel auf „Underperform“ herab und senkte die Nettogewinnprognose für 2026 um 15 Prozent. Die Analysten begründen diesen Schritt mit globalen Überkapazitäten im Chemiesektor und anhaltend schwachen Raffineriemargen.
Einen ersten Hinweis auf die aktuelle Ertragslage liefert das anstehende Trading Update am 9. April. Hier wird sich ein Einmaleffekt bemerkbar machen: Der Verkauf einer Beteiligung in Malaysia senkte die Gesamtförderung um zwölf Prozent, was das Betriebsergebnis im ersten Quartal um schätzungsweise 250 Millionen Euro belasten wird.
Nach der Vorlage des vollständigen Quartalsberichts am 30. April stimmt die Hauptversammlung am 27. Mai über die reduzierte Dividende ab. Spätestens auf diesem Aktionärstreffen müssen ÖBAG und ADNOC eine tragfähige Lösung für die künftige Konzernführung präsentieren, um die personelle Unsicherheit nicht in das wichtige zweite Halbjahr zu verschleppen.
Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 6. April liefert die Antwort:
Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
