Am kommenden Montag wird bei OMV abgerechnet. Der österreichische Energiekonzern schließt die Bücher für die anstehende Gewinnausschüttung. Aktionäre blicken auf eine satte Rendite. Parallel dazu notiert das Papier denkbar knapp unter dem Jahreshoch.
Hohe Ausschüttung, starker Trend
Die Hauptversammlung hat Ende Mai den Weg freigemacht. Aktionäre erhalten 4,40 Euro je Anteilsschein. Dieser Betrag teilt sich in 3,15 Euro reguläre Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende auf.
Die Basis dafür liefert eine solide Bilanz. Die Verschuldungsquote des Konzerns liegt deutlich unter 30 Prozent.
Am Montag wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Das Geld fließt am 11. Juni auf die Konten. Beim Freitagsschlusskurs von 64,25 Euro ergibt sich eine Bruttorendite von 6,85 Prozent.
Die Aktie zeigt aktuell enorme Stärke. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 32,80 Prozent auf der Anzeigetafel. Das Papier beendete die Woche mit einem Aufschlag von 1,58 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 64,40 Euro fehlt nur ein Wimpernschlag. Der Abstand beträgt minimale 0,23 Prozent. Ein starkes Signal.
Pipeline-Bau und frisches Kapital
Operativ treibt der Konzern das Gasprojekt „Neptun Deep“ im Schwarzen Meer voran. Schiffe verlegen aktuell die 160 Kilometer lange Offshore-Pipeline an die rumänische Küste. OMV realisiert das Vorhaben gemeinsam mit dem Partner Romgaz. Ab dem Jahr 2027 sollen dort jährlich rund acht Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden.
Finanziell sichert sich der Konzern weiteren Spielraum. OMV platzierte kürzlich eine neue Hybridanleihe. Das Volumen liegt bei 750 Millionen Euro. Der Kupon bringt Investoren 4,375 Prozent Zinsen. Damit finanziert das Unternehmen kommende Großprojekte.
Neue Führung ab September
Im Herbst steht ein Wechsel an der Konzernspitze an. Emma Delaney übernimmt am 1. September den Vorstandsvorsitz von Alfred Stern. Die ehemalige BP-Managerin wird die erste Frau an der Spitze der OMV.
Sie soll die „Strategie 2030“ umsetzen. Der Fokus rückt künftig stärker auf Chemie und Kreislaufwirtschaft. Das klassische Öl- und Gasgeschäft dient dabei als finanzielles Fundament für den Umbau.
Am Montag wird sich der optische Kursabschlag in der Eröffnung zeigen. Investoren blicken dann auf die Auszahlung am Donnerstag. Hält das aktuelle Momentum an, könnte die Aktie den Dividendenabschlag zügig aufholen und das Rekordhoch direkt ins Visier nehmen.
