Hohe Raffineriemargen, aber Probleme an anderer Stelle: OMV hat im Trading Update zum dritten Quartal ein gemischtes Bild gezeichnet. Die Aktie gab am Freitag rund zwei Prozent nach.
Energiegeschäft: Verladungen fehlen
Im Energiebereich erwartet der Konzern gegenüber dem zweiten Quartal einen Belastungseffekt von etwa 100 Millionen Euro auf das operative Ergebnis vor Sondereffekten. Der Grund: Im Nahen Osten fanden keine Rohölverladungen statt, auch in anderen Ländern drückten Verladepläne die Verkaufsmengen. Dadurch wuchs eine sogenannte Underlift-Position, die OMV über künftige Verladungen wieder aufholen will.
Die verkaufte Menge an Kohlenwasserstoffen sank auf 225.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, nach 242.000 im Vorquartal. Die Förderung legte dagegen leicht auf 294.000 Barrel zu. Beim Preis gab es gegenläufige Signale: Rohöl kostete im Schnitt 93,60 Dollar je Barrel, nach 97,80 Dollar. Erdgas verteuerte sich deutlich auf 49,20 Euro je Megawattstunde.
Raffinerie stark, Chemie schwach
Die europäische Referenzmarge sprang auf 37,50 Dollar je Barrel, nach 20,33 Dollar im zweiten Quartal. Die Auslastung stieg auf 92 Prozent. Davon profitiert auch die Beteiligung an den Adnoc-Raffinerie- und Handelsaktivitäten in Abu Dhabi, deren Beitrag spürbar steigen dürfte. Das schwächere Endkunden- und Gewerbegeschäft gleicht das nur teilweise aus. Einen Grund für die niedrigeren Margen dort nannte OMV nicht.
Die Chemiesparte steuert dagegen auf einen deutlichen Rückgang zu. Das Marktumfeld für Borouge International verschlechterte sich nach Unternehmensangaben in allen Regionen erheblich. Der europäische Polyethylenpreis fiel auf durchschnittlich 2.263 Euro je Tonne, nach 2.655 Euro. Die Ethylenmarge sank auf 675 Euro je Tonne, nach 813 Euro.
Immerhin stützt eine Borouge-Dividende von rund 460 Millionen Euro den operativen Cashflow.
Sonderlasten drücken den Nettogewinn
Auf den ausgewiesenen Nettogewinn drücken Solidaritätsbeiträge in Österreich und Rumänien mit 150 bis 200 Millionen Euro. OMV verbucht sie als Sondereffekte, das bereinigte operative Ergebnis bleibt unberührt. Der wesentliche Cashflow-Effekt tritt erst 2027 ein.
Zusätzlich plant der Konzern Mittelabflüsse von etwa 200 Millionen Euro für Zertifikate nach dem deutschen Brennstoffemissionshandelsgesetz. In früheren Jahren kaufte OMV diese üblicherweise im vierten Quartal.
Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal legt OMV am 29. Oktober vor. Dann zeigt sich, wie stark die Raffineriemargen die Lasten aus Chemie und ausgebliebenen Verladungen tatsächlich aufwiegen.
Stand heute, 9. Oktober: Omv – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Omv investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
