Startseite » Chemie » OMV Aktie: Chemie und Nahost bremsen
Symbolbild, KI-generiert

OMV Aktie: Chemie und Nahost bremsen

Höhere Raffineriemargen stehen geringeren Chemiepreisen, fehlenden Rohölverladungen und Sonderabgaben gegenüber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Raffineriemarge steigt auf 37,50 Dollar
  • Chemiepreise und Margen gehen zurück
  • Verladungen belasten das Energiegeschäft
  • Quartalszahlen folgen am 29. Oktober

Hohe Raffineriemargen, aber Probleme an anderer Stelle: OMV hat im Trading Update zum dritten Quartal ein gemischtes Bild gezeichnet. Die Aktie gab am Freitag rund zwei Prozent nach.

Energiegeschäft: Verladungen fehlen

Im Energiebereich erwartet der Konzern gegenüber dem zweiten Quartal einen Belastungseffekt von etwa 100 Millionen Euro auf das operative Ergebnis vor Sondereffekten. Der Grund: Im Nahen Osten fanden keine Rohölverladungen statt, auch in anderen Ländern drückten Verladepläne die Verkaufsmengen. Dadurch wuchs eine sogenannte Underlift-Position, die OMV über künftige Verladungen wieder aufholen will.

Die verkaufte Menge an Kohlenwasserstoffen sank auf 225.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, nach 242.000 im Vorquartal. Die Förderung legte dagegen leicht auf 294.000 Barrel zu. Beim Preis gab es gegenläufige Signale: Rohöl kostete im Schnitt 93,60 Dollar je Barrel, nach 97,80 Dollar. Erdgas verteuerte sich deutlich auf 49,20 Euro je Megawattstunde.

Raffinerie stark, Chemie schwach

Die europäische Referenzmarge sprang auf 37,50 Dollar je Barrel, nach 20,33 Dollar im zweiten Quartal. Die Auslastung stieg auf 92 Prozent. Davon profitiert auch die Beteiligung an den Adnoc-Raffinerie- und Handelsaktivitäten in Abu Dhabi, deren Beitrag spürbar steigen dürfte. Das schwächere Endkunden- und Gewerbegeschäft gleicht das nur teilweise aus. Einen Grund für die niedrigeren Margen dort nannte OMV nicht.

Die Chemiesparte steuert dagegen auf einen deutlichen Rückgang zu. Das Marktumfeld für Borouge International verschlechterte sich nach Unternehmensangaben in allen Regionen erheblich. Der europäische Polyethylenpreis fiel auf durchschnittlich 2.263 Euro je Tonne, nach 2.655 Euro. Die Ethylenmarge sank auf 675 Euro je Tonne, nach 813 Euro.

Immerhin stützt eine Borouge-Dividende von rund 460 Millionen Euro den operativen Cashflow.

Sonderlasten drücken den Nettogewinn

Auf den ausgewiesenen Nettogewinn drücken Solidaritätsbeiträge in Österreich und Rumänien mit 150 bis 200 Millionen Euro. OMV verbucht sie als Sondereffekte, das bereinigte operative Ergebnis bleibt unberührt. Der wesentliche Cashflow-Effekt tritt erst 2027 ein.

Zusätzlich plant der Konzern Mittelabflüsse von etwa 200 Millionen Euro für Zertifikate nach dem deutschen Brennstoffemissionshandelsgesetz. In früheren Jahren kaufte OMV diese üblicherweise im vierten Quartal.

Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal legt OMV am 29. Oktober vor. Dann zeigt sich, wie stark die Raffineriemargen die Lasten aus Chemie und ausgebliebenen Verladungen tatsächlich aufwiegen.

Anzeige

Stand heute, 9. Oktober: Omv – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Omv investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Omv: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Omv

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.