OHB SE hat sich bei der europäischen Raumfahrtbehörde ESA durchgesetzt. Die von der Tochter OHB Czechspace geführte Erdbeobachtungsmission SOVA-S wurde nach zehnmonatiger Prüfung für die nächste Entwicklungsphase ausgewählt — eine von nur zwei Missionen, die diesen Schritt gehen.
Für Anleger ist das kein klassischer Großauftrag mit bezifferbarem Umsatz. Wohl aber ein Signal: Der Konzern sichert sich weiterhin Zugang zu institutionellen europäischen Raumfahrtprogrammen.
Die Aktie reagierte bereits im Vorfeld. Am 21. Mai wies Tradegate einen Schätzkurs von 630,50 Euro aus — ein Tagesplus von 10,6 Prozent, plus 27,1 Prozent in fünf Tagen. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf über 440 Prozent. An der Wiener Börse stieg der Kurs zeitweise auf 651 Euro (plus 16,7 Prozent). Die Marktkapitalisierung erreichte knapp 11 Milliarden Euro. Das KGV für 2026 liegt bei 157, für 2027 bei 101. Die Bewertung ist ambitioniert.
Mission mit wissenschaftlichem Tiefgang
SOVA-S ist Teil des ESA-Scout-Programms innerhalb der FutureEO-Initiative. Die Mission setzt auf Kleinsatelliten, kurze Entwicklungszeiten und Kosteneffizienz — Budget unter 35 Millionen Euro, Start innerhalb von drei Jahren.
Der wissenschaftliche Fokus: tägliche Beobachtungen atmosphärischer Schwerewellen in 80 bis 120 Kilometern Höhe. Die Daten sollen Klima- und Weltraumwettermodelle verbessern und Extremwetterphänomene besser abbilden. Hinzu kommt ein praktischer Nutzen: Die Messungen sollen die Positionsgenauigkeit von GNSS-Systemen für die Luftfahrt erhöhen.
OHB Czechspace agiert als Hauptauftragnehmer und baut nach eigenen Angaben den größten je in Tschechien gefertigten Satelliten. Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit mit dem DLR und Industriepartnern steht im Zentrum.
Operativer Unterbau trägt
Die Q1-Zahlen stützen die Geschichte. OHB erzielte eine Gesamtleistung von 279,3 Millionen Euro (Vorjahr: 242,4 Millionen). Das bereinigte EBITDA stieg von 20,0 auf 27,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 3,35 Milliarden Euro — nach 2,31 Milliarden vor einem Jahr.
Davon entfallen 2,68 Milliarden auf Space Systems, 362 Millionen auf Access to Space und 309 Millionen auf Digital. Das Management spricht von langfristiger Planungssicherheit.
Konkrete Umsatz- oder Margenbeiträge aus SOVA-S nennt die Mitteilung nicht. Die finanzielle Einordnung bleibt vorerst vage.
Was jetzt zählt
Die Aktie ist bereits stark von Erwartungen getrieben. Die nächsten belastbaren Bewertungsanker kommen aus weiteren Projektmeldungen und den kommenden Terminen: Hauptversammlung am 8. Juni, Q2-Zahlen am 6. August 2026. Bis dahin bleibt der Markt auf neue Signale angewiesen.
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