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OHB SE Aktie: Anhaltende Positiventwicklung

OHB bestätigt Kooperation mit Rheinmetall für das bis zu 10 Milliarden Euro schwere Satellitenprojekt SATCOMBw. Das Unternehmen meldet zugleich starkes Wachstum im Kerngeschäft und hebt seine mittelfristigen Ziele an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kooperation mit Rheinmetall für Großauftrag bestätigt
  • Projektvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro
  • Starker Auftragseingang und höhere Ausblicke
  • Konkurrenz durch Airbus und neue Fusion

OHB rückt mit Rheinmetall bei einem der größten Bundeswehr-Projekte in Stellung. Im Kern geht es um „SATCOMBw Stufe 4“ – ein neues Satelliten-Kommunikationsnetz, das Deutschland unabhängiger von US-Systemen machen soll. Das mögliche Volumen: bis zu 10 Milliarden Euro. Doch wie realistisch ist der Zuschlag, wenn auch Airbus bereits Gespräche bestätigt hat?

Kooperation für SATCOMBw offiziell bestätigt

OHB hat Kooperationsgespräche mit Rheinmetall offiziell bestätigt. Ziel sei eine Zusammenarbeit, um sich an möglichen Vergabeverfahren der öffentlichen Hand zu beteiligen. Zuvor hatten Medien unter Berufung auf informierte Personen über eine gemeinsame Bewerbung für das Bundeswehr-Satellitenprojekt berichtet.

Die Bestätigung der Verhandlungen erfolgte am 26. Januar. Damit ist klar: Die Partner prüfen konkret, ob sie als Team in den Wettbewerb um SATCOMBw Stufe 4 gehen.

SATCOMBw Stufe 4: 100 bis 200 Satelliten – und Konkurrenz durch Airbus

SATCOMBw Stufe 4 zielt auf ein satellitengestütztes Netzwerk zur weltweiten Vernetzung militärischer Einheiten. Geplant ist eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Der Ansatz orientiert sich an großen Niedrigorbit-Netzwerken: Viele Satelliten in wenigen Hundert Kilometern Höhe sollen geringere Latenzen ermöglichen als wenige geostationäre Satelliten in rund 36.000 Kilometern Höhe.

Laut Financial Times könnte der Auftragswert bis zu 10 Milliarden Euro erreichen. Gleichzeitig zeichnet sich ein echter Wettbewerb ab: Airbus Defense and Space hat ebenfalls Gespräche mit dem Verteidigungsministerium bestätigt.

Die Rollenverteilung im möglichen Verbund wirkt dabei klar umrissen: Rheinmetall soll als Systemhaus militärische Integration sowie Beschaffungs- und Einsatzlogik einbringen, OHB Raumfahrt-Engineering und Fertigungserfahrung im Satellitenbau.

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Wachstum, Kapazitäten und höherer Mittelfrist-Ausblick

Unabhängig vom Großprojekt meldete OHB für 2025 Rückenwind im Kerngeschäft. Der Auftragseingang stieg um 24% auf rund 2,1 Milliarden Euro. Der feste Auftragsbestand legte um 47% auf über 3,1 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten 2025 lag die Gesamtleistung bei 863,5 Millionen Euro (+21%), das EBIT bei 46,0 Millionen Euro (+32%). Als Treiber nennt das Unternehmen steigende Budgets von ESA, EU und nationalen Kunden – der Verteidigungsmarkt gewinne deutlich an Gewicht.

Auch operativ stellt sich OHB auf größere Stückzahlen ein: Im Oktober 2025 übernahm das Unternehmen ein Werk im sächsischen Schöneck, um Serienfertigung in einem Umfang zu ermöglichen, wie ihn ein Projekt wie SATCOMBw erfordern könnte.

Auf dem Capital Market Day 2026 hob OHB zudem den bisherigen Wachstumsausblick für 2026 und 2027 an. Geplant sind 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung für 2026, 1,7 Milliarden Euro für 2027 und über 2,0 Milliarden Euro für 2028. Parallel sollen die Margen steigen: EBITDA von 11% (2026) auf über 12% (2028), EBIT von 8% auf über 9%.

Der Wettbewerbsdruck bleibt allerdings ein Faktor: OHB verweist auf die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo, durch die ein europäischer Großkonkurrent entstehe. Zusätzlich baut OHB neue Felder auf und gründete die European Moonport Company, die künftige Mondaktivitäten bündeln und Infrastruktur für eine kommerzielle Nutzung entwickeln soll.

Im kurzfristigen Kalender ist der nächste Fixpunkt klar terminiert: Am 19. März legt OHB den testierten Jahresabschluss 2025 vor – inklusive Einordnung, wie sich die Profitabilität im Verhältnis zum Wachstum entwickelt hat. Danach dürfte vor allem der Zeitplan rund um die erwartete SATCOMBw-Ausschreibung den weiteren Takt setzen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.

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