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OHB SE Aktie: 484 Millionen Euro aus Kapitalerhöhung

OHB steigert Gesamtleistung um 11%, EBITDA um 31%. Kapitalerhöhung bringt 484 Mio. Euro, Eigenkapitalquote steigt auf 43,3%. Aktie unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gesamtleistung H1 2026: 627,9 Mio. Euro (+11%), bereinigtes EBIT +46% auf 38,9 Mio. Euro
  • Kapitalerhöhung erlöst 484 Mio. Euro, Eigenkapitalquote springt auf 43,3%
  • Auftragsbestand wächst auf 3,3 Mrd. Euro, Verteidigungsgeschäft gewinnt an Gewicht
  • Aktie verliert 14% im Monat, notiert unter 200-Tage-Linie bei 232 Euro

OHB SE hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die das laufende Wachstumstempo des Bremer Raumfahrt- und Rüstungskonzerns unterstreichen. Die Gesamtleistung im ersten Halbjahr 2026 stieg auf 627,9 Millionen Euro nach 563,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, ein Plus von elf Prozent.

Deutlich kräftiger legte die Profitabilität zu: Das bereinigte EBITDA kletterte um 31 Prozent auf 60,4 Millionen Euro, das bereinigte EBIT sogar um 46 Prozent auf 38,9 Millionen Euro. Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose von 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung und einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 10,5 und 11 Prozent.

Trotz der soliden operativen Entwicklung bleibt der Aktienkurs unter Druck. Das Papier notiert bei 232,00 Euro und hat auf Monatssicht 14,07 Prozent verloren. Damit liegt der Kurs auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 248,23 Euro, ein Abstand von 6,54 Prozent. Nach dem außergewöhnlichen Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate zeigt sich damit eine deutliche Konsolidierung auf hohem Niveau.

Kapitalerhöhung stärkt die Bilanz

Ein wesentlicher Treiber der veränderten Finanzstruktur ist die im Juni durchgeführte Kapitalerhöhung, deren zweite Tranche Anfang Juli registriert wurde. Beide Tranchen brachten OHB zusammen 484 Millionen Euro ein. Die Eigenkapitalquote sprang dadurch von 27,5 Prozent zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 43,3 Prozent, das Gesamtvermögen wuchs um 35 Prozent auf 2.113,5 Millionen Euro.

Die Fuchs-Familie hält nach der Kapitalmaßnahme weiterhin die Mehrheit mit 60,3 Prozent, der Finanzinvestor KKR über seine Beteiligungsgesellschaft Orchid Lux HoldCo kommt auf 19,7 Prozent, ebenso hoch liegt der Streubesitz. Für September wird die Aufnahme in TecDAX oder SDAX erwartet.

Das frische Kapital soll laut Unternehmensangaben in europäische Produktionsanlagen, Mond- und Explorationsprogramme sowie in die Rocket Factory Augsburg fließen. Große Zukäufe stehen nach Angaben des Managements nicht unmittelbar bevor, kleinere Akquisitionen seien aber möglich.

Auftragsbestand wächst, Verteidigung gewinnt Gewicht

Der Auftragsbestand kletterte im ersten Halbjahr auf 3.304 Millionen Euro nach 3.067 Millionen Euro im Vorjahr. Das Segment Space Systems steuerte 472 Millionen Euro zur Gesamtleistung bei, ein Plus von acht Prozent, und verbesserte seine EBIT-Marge von 4,3 auf 6,7 Prozent.

Access to Space wuchs sogar um 31 Prozent auf 105 Millionen Euro. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Management mit einem höheren Auftragseingang als im ersten Halbjahr, mehrere Großaufträge – darunter Programme wie Sentinel, ClearSpace-1, Upstart und Iris² – befinden sich noch in Verhandlung.

Strategisch wichtig ist der erwartete Wandel hin zu mehr Verteidigungsgeschäft: Rund 40 Prozent der Auftragspipeline entfallen inzwischen auf diesen Bereich, größere Rüstungsaufträge werden aber erst ab 2027 erwartet, da sich deutsche Beschaffungszeitpläne entsprechend verzögern.

Ein zentraler Baustein dafür ist das gemeinsam mit Rheinmetall gegründete Joint Venture OHB Rheinmetall Space Networks, das im Juni ein Gebot für das Satellitenkommunikationsprogramm SATCOMBw 4 der Bundeswehr eingereicht hat und vom Bundeskartellamt bereits im April freigegeben wurde.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius besuchte das Unternehmen im Juli und begrüßte zudem gemeinsam mit der European Spaceport Company Pläne zum Ausbau von Startmöglichkeiten für Trägerraketen in Deutschland.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial, sind aber uneins

Am Mittwoch starteten Deutsche Bank, Jefferies und Goldman Sachs ihre Coverage von OHB SE. Deutsche Bank und Jefferies vergaben jeweils ein „Buy“, Goldman Sachs stufte die Aktie dagegen mit „Neutral“ ein. Die Kursziele der drei Häuser liegen zwischen 250 und 360 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Die Spanne verdeutlicht, wie unterschiedlich die weitere Bewertung des jüngsten Kursrückgangs eingeschätzt wird, während operative Kennzahlen und Auftragslage aus Sicht der optimistischeren Häuser noch Spielraum nach oben lassen.

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Diskussion zu OHB SE

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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