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OHB: Orellano wird erster COO am 1. Juli

OHB gründet Joint Venture mit Rheinmetall und ernennt ersten COO. Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro treibt Wachstum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall eingetragen
  • Erster COO der Firmengeschichte ernannt
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • KKR plant milliardenschwere Aktienplatzierung

OHB hat eine unruhige Woche hinter sich — und eine noch unruhigere vor sich. Der Bremer Raumfahrtkonzern hat innerhalb weniger Tage ein Rüstungs-Joint-Venture offiziell gegründet und erstmals einen COO ernannt. Beides ist kein Zufall: Das Unternehmen bereitet sich auf ein Wachstum vor, das seine bisherigen Strukturen sprengen würde.

Bundeswehr-Auftrag mit Rheinmetall

Am 11. Juni haben OHB und Rheinmetall die „OHB Rheinmetall Space Networks GmbH“ in Bremen ins Handelsregister eingetragen. Das Bundeskartellamt hatte Mitte April grünes Licht gegeben.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll der Bundeswehr im Rahmen von SATCOMBw Stufe 4 eine geschützte Satellitenkommunikation liefern — von der Entwicklung bis zum laufenden Betrieb, inklusive Cyber Operations Centre. Das System vernetzt Soldaten, Fahrzeuge und unbemannte Plattformen über alle Führungsebenen hinweg.

Die Geschäftsführung teilen sich Dennis Winkelmann, der seit 19 Jahren bei OHB arbeitet, und Alexander Beyer, ein ehemaliger Bundeswehroffizier mit Erfahrung in Satellitenkommunikation bei Rheinmetall. Langfristig soll das Joint Venture auch NATO-Partnerschaften bedienen.

Erster COO in der Unternehmensgeschichte

Ab dem 1. Juli übernimmt Dr. Luis Alejandro Orellano als erster COO in der Geschichte von OHB das operative Tagesgeschäft. Er kommt von Rohde & Schwarz, wo er zuletzt die Sparte Technology Systems leitete. Davor verantwortete er bei thyssenkrupp Marine Systems komplexe U-Boot- und Fregatten-Programme.

Das Unternehmen formuliert drei Ziele für die neue Rolle: operative Skalierung, industrielle Wertschöpfung, technische Synergien. Kurz gesagt: OHB braucht jemanden, der einen Rekordauftragsbestand tatsächlich abarbeiten kann.

Zahlen, die den Druck erklären

Der Auftragsbestand erreichte zum 31. März 2026 ein Rekordhoch von 3,35 Milliarden Euro — 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Segment Space Systems trägt mit 2,68 Milliarden Euro den Großteil.

Im ersten Quartal wuchs die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT legte um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro zu. Für 2026 plant OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro, bis 2028 sollen es über 2,0 Milliarden Euro sein — bei einer EBITDA-Marge von elf Prozent.

KKR-Platzierung und Dividende in der Folgewoche

Die nächste Woche bringt zwei konkrete Termine. Finanzinvestor KKR hält rund 29 Prozent an OHB und will etwa 20 Prozentpunkte davon über eine Aktienplatzierung abgeben. Sieben Banken begleiten die Transaktion, darunter Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan. Das Volumen soll über eine Milliarde Euro liegen, der Abschluss ist vor dem 30. Juni geplant.

Ein erster Versuch scheiterte bereits — SpaceX verdrängte die Platzierung mit seinen eigenen Börsenplänen. Gelingt der zweite Anlauf, steigt der Streubesitz auf rund 26 Prozent. Das wäre strukturell bedeutsam: Die annualisierte Volatilität liegt derzeit bei über 140 Prozent.

Ferner steht der Dividenden-Ex-Tag an: Am 25. Juni notiert die Aktie erstmals ohne Dividendenanspruch. OHB schüttet 0,60 Euro je Aktie aus, die Zahlung erfolgt am 29. Juni.

Die Aktie schloss die Woche mit einem Plus von 9,80 Prozent bei 409,00 Euro — liegt damit aber noch rund 40 Prozent unter dem Allzeithoch von 688,00 Euro vom 21. Mai.

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