Der SpaceX-Börsengang wirft seine Schatten voraus. Eigentlich wollte der Finanzinvestor KKR am heutigen Freitag ein milliardenschweres Aktienpaket des Raumfahrtunternehmens OHB platzieren. Die Transaktion liegt nun auf Eis. Ein IPO dieser Größenordnung bindet schlichtweg zu viel Kapital und Bankenkapazitäten.
Zeitdruck für das Bankenkonsortium
KKR hält rund 29 Prozent an OHB. Der Investor plant den Verkauf von etwa 20 Prozent der Anteile. Die Frist für die Platzierung läuft bereits am 30. Juni ab.
Das Bankenkonsortium wächst derweil an. Berenberg, Commerzbank, Jefferies und UniCredit unterstützen nun das bisherige Trio aus Deutscher Bank, Goldman Sachs und JPMorgan.
Gelingt der Verkauf, steigt der Streubesitz deutlich an. Aktuell liegt dieser bei mageren sechs Prozent. Ein Anstieg auf rund 26 Prozent würde die Aktie liquider machen. Die Gründerfamilie Fuchs behält mit 65 Prozent der Stimmrechte die klare Kontrolle.
Solides Geschäft, nervöse Aktionäre
Operativ läuft es rund. Auf der ILA Berlin sicherte sich OHB eine Rolle im Aufklärungssatellitensystem „Spock 2“ für die Bundeswehr. Partner bei diesem Projekt sind Airbus und Rheinmetall.
Die Zahlen stützen den Kurs. Im ersten Quartal stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent. Das bereinigte EBITDA legte parallel um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu.
Trotz guter Zahlen herrscht Unsicherheit. Die „Börsen-Zeitung“ berichtet über eine mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung. Die Hauptversammlung hat entsprechende Ausgaben von Wandelanleihen bereits genehmigt. Die Folge: Anleger fürchten eine Verwässerung.
Die Börse reagiert dennoch besonnen. Die OHB-Aktie notiert aktuell stabil bei 411,50 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein massives Plus von 238,68 Prozent auf der Anzeigetafel. Das Rekordhoch bei 688,00 Euro bleibt allerdings ein gutes Stück entfernt.
Neue Führung und ein enger Zeitplan
Unabhängig von Kapitalmarktfragen baut OHB die Führungsebene um. Luis Alejandro Orellano startet am 1. Juli als neuer Chief Operating Officer. Er kommt von ThyssenKrupp Marine Systems. Orellano soll die Umsetzung von Großprojekten enger mit der industriellen Fertigung verzahnen.
Für Aktionäre rückt nun ein straffer Kalender in den Fokus. Am 25. Juni wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Die KKR-Platzierung muss zwingend vor dem 30. Juni über die Bühne gehen. Ab dem 1. Juli öffnet sich schließlich das Startfenster für die RFA-Rakete in Schottland.
