Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Rheinmetall über ein gemeinsames Angebot für ein militärisches Satellitengroßprojekt der Bundeswehr. Das geplante Vorhaben „SATCOMBw Stufe 4″ – eine deutsche Antwort auf SpaceX Starlink – könnte ein Volumen von 8 bis 10 Milliarden Euro erreichen und über 100 Satelliten umfassen. Parallel profitiert OHB von strukturellem Rückenwind: Der globale Markt für Erdbeobachtungssatelliten soll bis 2035 auf knapp 16 Milliarden US-Dollar wachsen.
Rheinmetall-Partnerschaft als strategische Weichenstellung
Die offizielle Bestätigung laufender Kooperationsgespräche zwischen OHB und Rheinmetall markiert einen potenziell bedeutsamen Schritt für beide Unternehmen. Das geplante Projekt zielt darauf ab, der Bundeswehr bis 2029 eine souveräne Satellitenkommunikation im niedrigen Erdorbit bereitzustellen – unabhängig von US-amerikanischen Systemen.
Für OHB gewinnt die mögliche Partnerschaft vor dem Hintergrund wachsenden Wettbewerbsdrucks zusätzliche Relevanz. Mit der angekündigten Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo formiert sich ein europäischer Großkonkurrent. Der Zugang zu Berlins 35-Milliarden-Euro-Budget für militärische Raumfahrttechnologie könnte OHB langfristige Planungssicherheit verschaffen.
Operatives Momentum hält an
Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen die Dynamik: Der Auftragseingang kletterte 2025 um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro, der feste Auftragsbestand wuchs um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro. Für 2025 erwartet das Management eine Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 9 Prozent.
Die mittelfristige Planung ist ambitioniert: 2026 soll die Gesamtleistung auf 1,4 Milliarden Euro steigen (EBITDA-Marge: 11 Prozent), 2027 auf 1,7 Milliarden Euro (12 Prozent), ab 2028 werden mehr als 2,0 Milliarden Euro anvisiert. Der durchschnittliche jährliche Auftragseingang soll bei rund 3 Milliarden Euro liegen.
Ariane 6 startet Serienproduktion
Der Erstflug der Ariane 64 am 12. Februar markierte einen industriellen Meilenstein. Mit vier Feststoffboostern transportierte die Rakete 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit – fast doppelt so viel Nutzlast wie in der Basisvariante. Die OHB-Tochter MT Aerospace fertigt zentrale Komponenten wie Tanks und Gehäusestrukturen und verantwortet rund zehn Prozent der Wertschöpfung.
Amazon hat 17 weitere Flüge fest gebucht. Da MT Aerospace seit Oktober 2025 vollständig zu OHB gehört, fließen die Erträge aus diesem Hochlauf direkt in die Konzernbilanz.
ESA-Auftrag und Mondstrategie
Am 10. Februar erhielt OHB Italia einen ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die RAMSES-Mission. Der für 2028 geplante Flug soll den Asteroiden Apophis vor seinem Erdnahvorbeiflug 2029 untersuchen. Der Critical Design Review wurde erfolgreich abgeschlossen.
Parallel gründete OHB die European Moonport Company mit Sitz in Oberpfaffenhofen. Die neue Einheit soll künftige Mondaktivitäten bündeln und Infrastruktur für eine kommerzielle Nutzung des Erdtrabanten entwickeln – von Landeplattformen bis zu Energie- und Treibstoffsystemen.
Blick auf den 19. März
Am 19. März legt OHB den Jahresabschluss 2025 vor. Bis dahin dürfte das Interesse an der Aktie angesichts der laufenden Entwicklungen hoch bleiben – insbesondere im Hinblick auf das Bundeswehr-Ausschreibungsverfahren. Das Unternehmen selbst verweist auf den geringen Streubesitz, der Kursbewegungen spürbar verstärken kann.
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