In den Bremer Reinräumen von OHB beginnt die Zukunft der europäischen Planetenverteidigung. An der Börse dominiert dagegen die harte Realität. Die Aktie des Raumfahrtkonzerns stürzt ab. Am Montag steht nun eine Hauptversammlung an, die das Aktionärsgefüge drastisch verändern könnte.
Allein am Freitag brach der Kurs auf 372,50 Euro ein. Das entspricht einem Tagesverlust von rund neun Prozent. Aktuell notiert das Papier fast 46 Prozent unter dem jüngsten Rekordhoch.
Weitreichende Kapitalmaßnahmen geplant
Der Grund für die Nervosität findet sich auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am 8. Juni. Vorstand und Aufsichtsrat fordern weitreichende Ermächtigungen. Bis Mitte 2031 will das Management neue Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen ausgeben. Das Gesamtvolumen liegt bei bis zu 1,2 Milliarden Euro.
Flankierend schlägt die Führung ein neues bedingtes Kapital vor. Dieses entspricht 20 Prozent des aktuellen Grundkapitals. Ein weiteres bedingtes Kapital für Aktienoptionen steht ebenfalls zur Abstimmung. Das Management kann Bezugsrechte der Altaktionäre bei diesen Maßnahmen ausschließen. Die Folge: ein massives Verwässerungsrisiko.
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Wettlauf gegen die Zeit im All
Operativ arbeitet OHB währenddessen nach Plan. Der Konzern hat offiziell mit dem Bau der RAMSES-Sonde begonnen. Die Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA soll den Asteroiden Apophis untersuchen. Dieser passiert im April 2029 extrem nah die Erde.
Der Zeitdruck für das Projekt ist enorm. Der Start ist bereits für das Frühjahr 2028 angesetzt. OHB in Bremen baut die Struktur und integriert internationale Bauteile. Die Tochtergesellschaft in Mailand liefert das zentrale Elektronikmodul.
Die technologische Expertise von OHB steht außer Frage. An der Börse zählt am Montag jedoch nur die Kapitalstruktur. Trotz des jüngsten Absturzes liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch immer über 200 Prozent im Plus. Stimmen die Aktionäre den massiven Kapitalmaßnahmen zu, wird das die extrem hohe Volatilität des Papiers weiter befeuern.
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