Bei OHB kommt die Weltraumstory zur richtigen Zeit. Nach schwachen Handelstagen liefert eine operative Meldung aus der Ramses-Mission neuen Stoff für die Aktie. Der Auftrag ist kein Großdeal, zeigt aber: Das technologisch anspruchsvolle Projekt nimmt Form an.
Antenne für Apophis-Mission
OHB Italia hat im Rahmen der Ramses-Mission einen Unterauftrag vergeben. Auf der SmallSat Conference in Amsterdam unterzeichnete die Tochter einen Vertrag mit der HPS GmbH über Entwicklung und Lieferung der Kommunikationsantenne für die Sonde.
Die Mission läuft als Gemeinschaftsprojekt von ESA und JAXA. Ziel ist der Vorbeiflug am Asteroiden Apophis, der für den 13. April 2029 erwartet wird. Den Hauptbauauftrag für die Sonde hatte OHB Italia bereits im Februar 2026 erhalten; das Volumen liegt bei 81,2 Millionen Euro.
Der Start der Sonde ist für 2028 geplant. Für OHB zählt dabei weniger der einzelne Unterauftrag, sondern die operative Glaubwürdigkeit bei komplexen Raumfahrtprogrammen. Genau das dürfte der Markt am Donnerstag honoriert haben.
Quartalszahlen liefern Rückenwind
Auch die jüngsten Zahlen stützen die bessere Stimmung. Im ersten Quartal steigerte OHB den Umsatz um 18 Prozent auf 270,9 Millionen Euro.
Wichtiger ist die Richtung beim Ergebnis. Das Geschäft wirkte nicht nur größer, sondern auch profitabler. Das passt zur These, dass der Konzern von einer robusten Nachfrage im Bereich Space Systems profitiert.
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Das Konzernergebnis kletterte um 150 Prozent auf 9,94 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 0,52 Euro, nach 0,20 Euro im Vorjahreszeitraum.
An der Börse kam diese Mischung aus Projektfortschritt und starken Zahlen deutlich an. Nach teils spürbaren Abschlägen zwischen Montag und Mittwoch legte die Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als 10 Prozent zu und notierte oberhalb der 500-Euro-Marke.
Space Systems bleibt der Kern
Das Marktumfeld war dabei nicht einheitlich. Der DAX gab wegen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten leicht nach, während der TecDAX über 4.100 Punkte stieg und ein Rekordhoch markierte.
OHB profitiert vor allem vom eigenen Auftragsbestand. Im Segment Space Systems liegen Aufträge über 2,68 Milliarden Euro vor. Damit bleibt der Bereich das Rückgrat des Konzerns.
Als nächste konkrete Wegmarke steht die Hauptversammlung am 8. Juni 2026 an. Dort rücken Fortschritte bei Großprojekten wie Ramses und dem EPS-Sterna-Auftrag von OHB Sweden in den Blick. Bei rund 19 Millionen ausstehenden Aktien kommt OHB aktuell auf eine Marktkapitalisierung von etwa 9,4 Milliarden Euro.
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