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OHB: 6 Prozent Minus vor KKR-Platzierung

Trotz Rekordauftragsbestand und starkem Quartal leidet die OHB-Aktie unter einer Großplatzierung des Investors KKR.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KKR muss große Aktienpakete platzieren
  • Auftragsbestand erreicht 3,35 Milliarden Euro
  • Quartalsgewinn verdreifacht sich deutlich
  • Neuer COO und Raketenstart im Juli

Fast die Hälfte des 52-Wochen-Hochs ist weg. OHB notiert heute bei 365,50 Euro — ein Tagesrückgang von gut sechs Prozent, ausgelöst durch eine bevorstehende Großplatzierung des Finanzinvestors KKR. Dabei liefert der Bremer Raumfahrtkonzern operativ gerade seine bisher stärksten Zahlen.

KKR-Druck belastet den Kurs

KKR hält rund 29 Prozent an OHB und muss davon etwa 20 Prozentpunkte bis Ende Juni am Markt platzieren. Eine Blocktransaktion dieser Größe drückt auf den Kurs — unabhängig davon, wie gut das Unternehmen läuft. Die Gründerfamilie Fuchs behält mit 65 Prozent der Stimmrechte die klare Kontrolle.

Auf Jahressicht steht die Aktie trotzdem noch mit über 200 Prozent im Plus. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 362 Euro — der aktuelle Kurs bewegt sich knapp darüber.

Rekordauftragsbestand und starkes Quartal

Operativ läuft es. Der Auftragsbestand kletterte zum 31. März 2026 auf 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segment Space Systems steuert allein 2,68 Milliarden Euro bei.

Im ersten Quartal 2026 stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu. Das Periodenergebnis verdreifachte sich auf knapp zehn Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr plant OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro. Bis 2028 soll die Zwei-Milliarden-Marke fallen — bei einer EBITDA-Marge von elf Prozent.

Neue Führung, neuer Katalysator

Unmittelbar nach der Hauptversammlung hat OHB zwei personelle Weichenstellungen bekanntgegeben. Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt Dr. Luis Alejandro Orellano als neuer COO das operative Geschäft. Der promovierte Luft- und Raumfahrtingenieur war zuletzt COO bei ThyssenKrupp Marine Systems und davor in Führungsrollen bei Rohde & Schwarz, DaimlerChrysler und Bombardier tätig. Im Aufsichtsrat folgt Dr. Theodor Weimer auf Claire Wellby — gewählt für drei Jahre.

Ebenfalls am 1. Juli öffnet sich das Startfenster für den Erstflug der Trägerrakete RFA ONE. Die Raketentochter Rocket Factory Augsburg hat sieben Satelliten an Bord geplant. Die Rakete steht bereits in der Integrationshalle des schottischen Weltraumbahnhofs SaxaVord. OHB gibt die Erwartungen nüchtern vor: Historisch sind weniger als 30 Prozent aller Erstflüge neuer Startsysteme erfolgreich.

Der 1. Juli wird damit zum Doppeltest — für die operative Skalierung unter dem neuen COO und für die Raketensparte, bei der ein Fehlschlag statistisch wahrscheinlicher ist als ein Erfolg.

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