Fast die Hälfte des 52-Wochen-Hochs ist weg. OHB notiert bei 365,50 Euro — ein Tagesrückgang von gut sechs Prozent. Belastend wirken Spekulationen über eine mögliche Großplatzierung durch den Finanzinvestor KKR. Dabei liefert der Bremer Raumfahrtkonzern operativ gerade seine bisher stärksten Zahlen.
Was bestätigt ist – und was nicht
KKR hält rund 29 Prozent an OHB. Ob, in welchem Umfang und bis wann der Investor Anteile abgeben könnte, ist offen und von keiner der beteiligten Parteien bestätigt. OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Angaben zu einem Volumen oder zu einer Frist sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben. Die Gründerfamilie Fuchs behält mit 65 Prozent der Stimmrechte die klare Kontrolle. Auf Jahressicht steht die Aktie noch mit über 200 Prozent im Plus; der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 362 Euro.
Rekordauftragsbestand und starkes Quartal
Operativ läuft es. Der Auftragsbestand kletterte zum 31. März 2026 auf 3,35 Milliarden Euro — ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segment Space Systems steuert allein 2,68 Milliarden Euro bei.
Im ersten Quartal 2026 stieg die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu. Das Periodenergebnis verdreifachte sich auf knapp zehn Millionen Euro. Für das Gesamtjahr plant OHB eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro, bis 2028 soll die Zwei-Milliarden-Marke fallen.
Neue Führung, neuer Katalysator
OHB hat zwei personelle Weichenstellungen bekanntgegeben. Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt Dr. Luis Alejandro Orellano als neuer COO das operative Geschäft. Der promovierte Luft- und Raumfahrtingenieur war zuletzt COO bei ThyssenKrupp Marine Systems und davor in Führungsrollen bei Rohde & Schwarz, DaimlerChrysler und Bombardier tätig. Im Aufsichtsrat folgt Dr. Theodor Weimer auf Claire Wellby — gewählt für drei Jahre.
Ebenfalls am 1. Juli öffnet sich das Startfenster für den Erstflug der Trägerrakete RFA ONE. Die Raketentochter Rocket Factory Augsburg hat sieben Satelliten an Bord geplant. Die Rakete steht bereits in der Integrationshalle des schottischen Weltraumbahnhofs SaxaVord. OHB gibt die Erwartungen nüchtern vor: Historisch sind weniger als 30 Prozent aller Erstflüge neuer Startsysteme erfolgreich.
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