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OHB: 1,2 Milliarden Kapitalerhöhung bis 2031

OHB plant milliardenschwere Kapitalmaßnahme, während Großaktionär KKR seinen Anteil verkaufen will. Die Aktie zeigt sich trotz Rekordaufträgen volatil.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kapitalerhöhung bis 2031 genehmigt
  • KKR-Anteilsverkauf vorerst gestoppt
  • Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Raketen-Jungfernflug für Juli geplant

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB steht vor einer massiven finanziellen Weichenstellung. Ein Bericht über eine mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung hat die Aktionäre in den vergangenen Tagen aufgeschreckt. Die formale Erlaubnis für den weitreichenden Eingriff liegt bereits vor. Die Angst vor einer drastischen Verwässerung greift um sich.

Nach zwei tiefroten Handelstagen erholt sich der Kurs aktuell. Die Papiere notieren bei 383,50 Euro und verzeichnen ein Tagesplus von 4,21 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von rund 216 Prozent auf der Anzeigetafel. Die extreme Schwankungsbreite bleibt das bestimmende Merkmal der Aktie.

Die „Börsen-Zeitung“ hatte die jüngste Talfahrt ausgelöst. Laut dem Bericht bereitet das Management eine große Kapitalmaßnahme vor. Die Hauptversammlung hat dafür am 8. Juni 2026 den Weg geebnet. OHB darf bis 2031 Wandelanleihen und Genussrechte für bis zu 1,2 Milliarden Euro ausgeben. Dabei entsteht ein bedingtes Kapital von 20 Prozent.

CEO Marco Fuchs bestätigte die Pläne bereits öffentlich. Das Unternehmen will das aktuelle Branchenwachstum nutzen. Dafür prüft der Vorstand Kredite und die direkte Ausgabe neuer Aktien. Ein Volumen von über einer Milliarde Euro steht im Raum.

SpaceX blockiert Aktienverkauf

Parallel dazu drückt ein Großaktionär auf die Stimmung. Der Finanzinvestor KKR will rund 20 Prozent seiner OHB-Anteile auf den Markt werfen. Ein erster Versuch scheiterte kürzlich. Der Grund: SpaceX kündigte zeitgleich seinen Börsengang an.

Dieses Mega-Event bindet massiv Bankenkapazitäten und Investorengelder. KKR legte die Platzierung notgedrungen auf Eis. Sieben Banken bereiten den Verkauf nun weiter vor. Gelingt der Ausstieg später, würde der extrem geringe Streubesitz von derzeit sechs Prozent deutlich steigen.

Rekordaufträge und Asteroiden-Mission

Operativ läuft es bei den Bremern glänzend. Der Auftragsbestand erreichte Ende März ein Rekordhoch von 3,35 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis schoss im ersten Quartal um 63 Prozent nach oben.

Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin liefert OHB heute weitere Argumente. Das Unternehmen unterzeichnete einen Vertrag für die ESA-Mission RAMSES. Dabei geht es um die Entwicklung eines Spektralimagers für die Erkundung des Asteroiden Apophis.

Jungfernflug im Juli

Der nächste große Kurstreiber steht bereits fest. Am 1. Juli öffnet sich das Startfenster für die Trägerrakete RFA ONE. Die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg wagt ihren Jungfernflug. Ein Erfolg würde den Konzern im Markt für Satellitenstarts völlig neu positionieren.

Das Management dämpft allerdings die Erwartungen. Historisch gesehen scheitern mehr als 70 Prozent dieser Erstflüge. Bis zum Start bleibt die Platzierung des KKR-Pakets das bestimmende Thema. Sobald die Banken einen Preis für das Aktienpaket festlegen, entscheidet sich die kurzfristige Richtung der Aktie.

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