Die Ölpreise stehen zum Wochenauftakt unter Druck. Eine diplomatische Initiative der US-Regierung dämpft die Sorge vor einer unmittelbaren militärischen Zuspitzung im Konflikt mit Teheran. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch das US-Rohöl WTI gaben am Montag um mehr als drei Prozent nach.
Der Preis für Brent zur Januar-Lieferung fiel auf 109,74 Dollar je Barrel. Für das US-Öl WTI standen 100,44 Dollar an den Anzeigetafeln. Beim Brent verstärkte der Wechsel auf den Januar-Kontrakt die Bewegung, nachdem der ausgelaufene Kontrakt am Freitag noch bei fast 118 Dollar gehandelt worden war.
Verhandlungssignale dämpfen die Eskalationssorgen
Aus Washington kommen Zeichen für eine diplomatische Atempause. US-Präsident Donald Trump zog in Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verhandlungslösung vor und will Gesprächen vorerst mehr Zeit einräumen. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass noch keine Entscheidung über neue Militärschläge getroffen worden sei. Washington habe alle Voraussetzungen für eine tragfähige Einigung in der Hand.
Auch die Führung in Teheran signalisierte Gesprächsbereitschaft. Nach Verhandlungen unter katarischer Vermittlung hieß es von iranischer Seite, ein Abkommen bleibe erreichbar, sofern die eigenen Forderungen konkret erfüllt würden. An den Märkten löste dieser vorsichtige Austausch eine spürbare Entlastung aus, nachdem die Auseinandersetzungen seit Ende Februar die Energiepreise deutlich verteuert hatten.
Militärische Spannungen bleiben präsent
Die Beruhigung steht allerdings auf wackeligem Fundament. Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei forderte die Streitkräfte auf, auf jede Bedrohung sofort und ohne geografische Begrenzung zu reagieren. Die Angriffe auf Handelsschiffe rund um die Straße von Hormus und im Roten Meer halten derweil an. Die Förderallianz OPEC+ beließ ihre Produktionsquoten für Dezember unverändert, nachdem sie ihre freiwilligen Kürzungsmaßnahmen bereits im September beendet hatte.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Zwischenwahlen am 3. November 2026. Erst nach dem Urnengang wird sich klären, ob der Verhandlungskurs der US-Regierung Bestand hat oder ob neue Angriffe vorbereitet werden. Bis dahin bleibt das Risiko von Transportunterbrechungen auf den zentralen Seewegen der bestimmende Faktor im Rohstoffhandel.
