Ocugen hat am 28. April 2026 seinen endgültigen Proxy-Bericht bei der SEC eingereicht — und damit den Weg freigemacht für eine Hauptversammlung, bei der ein Punkt besondere Aufmerksamkeit verdient: ein möglicher Reverse Split.
Fünf Abstimmungspunkte, einer sticht heraus
Die virtuelle Jahreshauptversammlung findet am 11. Juni 2026 statt. Stimmberechtigt sind Aktionäre, die zum Stichtag 20. April im Register eingetragen waren. Auf der Tagesordnung stehen klassische Governance-Punkte: Wahl zweier Direktoren, Bestätigung von PwC als Wirtschaftsprüfer, eine beratende Abstimmung über die Vergütung des Managements sowie die Häufigkeit künftiger Vergütungsabstimmungen.
Der fünfte Punkt ist der brisanteste. Der Vorstand beantragt die Ermächtigung für einen Reverse Split im Verhältnis zwischen 1:2 und 1:8 — nach eigenem Ermessen und ohne weiteren Aktionärsbeschluss. Die untere Grenze dieses Verhältnisses wurde in einem revidierten Vorentwurf eigens angepasst, was zeigt, dass das Thema intern nicht trivial ist.
Pipeline als Gegengewicht
Der Proxy-Bericht liest sich auch als Rechenschaftsbericht über den klinischen Fortschritt. Die Enrollment-Phase der Phase-3-Studie für OCU400 bei Retinitis pigmentosa ist mit 140 Patienten abgeschlossen, eine BLA-Einreichung ist für später in 2026 geplant. Für OCU410ST bei Stargardt-Erkrankung wurden 63 Patienten in weniger als neun Monaten in die Phase-2/3-Studie GARDian3 aufgenommen — Topline-Daten werden für Q2 2027 erwartet, eine BLA-Einreichung soll bis Mitte 2027 folgen. Hinzu kommen positive Phase-2-Daten für OCU410 bei geografischer Atrophie.
Das Unternehmen ist damit in einer für Biotech typischen Lage: viel Pipeline, wenig Umsatz. Die Erlöse lagen 2025 bei rund 4,4 Millionen Dollar, während mehrere teure Spätphasenprogramme gleichzeitig laufen.
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Going-Concern-Vermerk trübt das Bild
Die Finanzierungssituation ist angespannt. Eine Kapitalerhöhung im Januar 2026 brachte 22,5 Millionen Dollar, Warrant-Ausübungen weitere 15 Millionen Dollar. Das Management rechnet damit, die Liquidität damit bis ins erste Quartal 2027 zu sichern.
Allerdings hat der Wirtschaftsprüfer im März 2026 erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens geäußert — ein Going-Concern-Vermerk, der Investoren nicht kalt lässt. Die Aktie notiert aktuell bei 1,44 Euro und liegt damit rund zehn Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, auch wenn der Kurs auf Jahressicht mehr als verdoppelt hat.
Die Abstimmung im Juni wird zeigen, wie viel Vertrauen die Aktionäre in den eingeschlagenen Weg noch haben — und ob sie dem Vorstand die weitreichende Ermächtigung für einen Reverse Split erteilen, der die Kapitalstruktur grundlegend verändern könnte.
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