Zwei Kontinente, zwei Konferenzen und ein straffer Zeitplan. Ocugen startet in eine intensive Woche. CEO Shankar Musunuri spricht auf dem Oppenheimer Biotech Summit in Puerto Rico. Parallel dazu vertritt Manager Abhi Gupta das Unternehmen beim Cell & Gene Meeting in Rom. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Gentherapie-Plattform.
Fokus auf Gentherapie OCU400
Für den Hoffnungsträger OCU400 läuft der Countdown. Das Management peilt für das dritte Quartal 2026 die rollierende Zulassungseinreichung (BLA) an. Zuvor stehen noch Zwischenergebnisse der laufenden Phase-3-Studie aus. Bei einer Zulassung wäre es die erste gen-agnostische Therapie für Retinitis pigmentosa — ein Markt, für den es bislang keine krankheitsmodifizierenden Behandlungen gibt.
Solche klinischen Fortschritte kosten Geld. Im Mai wird der Quartalsbericht zeigen, wie stark die Vorbereitungen für den Zulassungsantrag die Bilanz belasten. Das Management hatte zuletzt durch Finanzierungsrunden ein Polster von rund 56 Millionen US-Dollar aufgebaut. Damit reicht die Liquidität nach Unternehmensangaben bis in das erste Quartal 2027.
Breite Datenbasis für Europa und die USA
Neben OCU400 rücken weitere Kandidaten auf. Für OCU410 plant Ocugen im Sommer den Start einer Phase-3-Studie mit bis zu 300 Patienten. Zeitgleich erwarten Marktbeobachter erste Daten zur Variante OCU410ST. Ein strategischer Vorteil für das Biotech-Unternehmen: Die europäische Arzneimittel-Agentur akzeptiert US-Studiendaten. Dies könnte den Weg in beide großen Märkte mit nur einem Datensatz ebnen.
An der Börse kühlte die Stimmung zuletzt etwas ab. Die Aktie verlor auf Wochensicht rund 16 Prozent und schloss am Freitag bei 1,42 Euro. Auf Jahressicht steht allerdings noch eine Kursverdopplung auf der Anzeigetafel. Der Kurs hält sich damit weiterhin über seinem langfristigen Durchschnitt.
Analysten sehen mehrheitlich weiteres Potenzial. Sieben Experten vergeben aktuell eine Kaufempfehlung für das Papier. Das mittlere Kursziel der Wall Street liegt bei 8,00 US-Dollar.
Die kommenden Monate definieren die fundamentale Bewertung neu. Positive Zwischenergebnisse im Sommer und die formelle Akzeptanz des BLA-Antrags durch die FDA gelten als die stärksten Hebel für weitere Kurszielanhebungen. Verzögerungen im Herstellungsprozess oder schwache Studiendaten würden dieses bullische Szenario hingegen sofort eintrüben.
