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Nvidia: B300-Server kosten in China 7 Millionen Yuan

Nvidia verzeichnet Kursverluste vor Quartalszahlen. Amazon und Google fordern mit Eigenentwicklungen, während China-Restriktionen die Nachfrage beeinflussen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrückgang nach starkem April
  • Amazon und Google mit eigenen KI-Chips
  • China-Schmuggelkanal führt zu Preisexplosion
  • Quartalszahlen am 20. Mai erwartet

Nach einem starken April-Rally verlor Nvidia zum Wochenschluss deutlich an Boden. Zwei strukturelle Belastungsfaktoren rücken in den Vordergrund — ausgerechnet kurz vor dem wichtigsten Termin des Quartals.

Starker Monat, schwaches Finale

April war ein Ausnahmemonat für Nvidia. Die Aktie kletterte rund 20 Prozent und markierte am 27. April ein 52-Wochen-Hoch von 182,26 Euro. Dann folgte die Wende.

Am Donnerstag brach der Kurs um mehr als vier Prozent ein. Freitag kamen weitere fünf Prozent hinzu. Auf Wochensicht steht ein Minus von über vier Prozent. Auf Jahressicht hält die Aktie bei rund 5,6 Prozent im Plus — der Rückenwind aus dem April ist damit größtenteils aufgebraucht.

Hyperscaler bauen eigene Chips

Der Auslöser für den Donnerstags-Einbruch war konkret. Amazon meldete ein boomende Eigenentwicklung bei KI-Chips. Google kündigte auf seiner Cloud-Konferenz an, seine hauseigenen Tensor Processing Units — die TPU 8t und TPU 8i — künftig auch an externe Kunden zu verkaufen, die die Chips in eigenen Rechenzentren betreiben wollen.

Nvidia hält schätzungsweise 85 bis 92 Prozent des Marktes für KI-Beschleuniger. Diese Dominanz zieht Wettbewerb an — vor allem von den Cloud-Konzernen, die gleichzeitig zu Nvidias größten Kunden zählen. Analysten betonen allerdings: Google und Amazon ergänzen ihre Infrastruktur mit eigenen Chips, sie ersetzen Nvidia nicht. Google Cloud setzt weiterhin auf Nvidia-Systeme.

China: Schmuggelkanal geschlossen, Preise explodiert

Ein zweiter Belastungsfaktor kommt aus China. Nvidias B300-KI-Server kosten dort inzwischen rund sieben Millionen Yuan — umgerechnet etwa eine Million Dollar pro Einheit. Das ist fast doppelt so viel wie der US-Listenpreis.

Der Preisanstieg hängt direkt mit der Verhaftung von Supermicro-Mitgründer Wally Liaw im März zusammen. US-Bundesstaatsanwälte werfen ihm vor, Blackwell-Chips im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar über eine südostasiatische Tarnfirma nach China umgeleitet zu haben. Mit dem Schmuggelnetzwerk brach der wichtigste Umgehungskanal weg. Die Folge: massiver Nachfragestau bei einem ohnehin knappen Produkt.

Chinesische KI-Modelle steigerten ihren Anteil am globalen Token-Verbrauch laut Morgan Stanley auf 32 Prozent im März — von fünf Prozent ein Jahr zuvor. Die Nachfrage ist real, der Zugang bleibt eingeschränkt.

Earnings am 20. Mai als nächster Prüfstein

Nvidia selbst hat für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 78 Milliarden Dollar angepeilt. Kommentare von TSMC und Intel haben einige Analysten optimistisch gestimmt, dass Nvidia dieses Ziel erreicht oder übertrifft.

Der Optionsmarkt erwartet eine Kursbewegung von mehr als zehn Prozent bis Ende Mai. Ob die Ergebnisse am 20. Mai die Belastungen durch Hyperscaler-Konkurrenz und China-Restriktionen überlagern können, wird sich an diesem Tag zeigen — und der Kurs dürfte entsprechend reagieren.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.