Startseite » Halbleiter » Nvidia Aktie: Vera Rubin ab 21. Juli in Serie

Nvidia Aktie: Vera Rubin ab 21. Juli in Serie

Nvidia startet Auslieferung der neuen Vera-Rubin-Chip-Generation und überzeugt mit starken Q1-Zahlen trotz Gegenwind durch AMD und Exportkontrollen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vera-Rubin-Auslieferung an Cloud-Riesen
  • Umsatzplus von 85 Prozent im Q1
  • Analysten sehen Kursziel bei 310 Dollar
  • AMD-Partnerschaft mit Anthropic als Konkurrenz

Während der breite US-Markt am 23. Juli 2026 unter Druck geriet, bewegte sich Nvidia gegen den Trend. Der Nasdaq gab um 0,6 Prozent nach, der Russell 2000 verlor 0,9 Prozent, und Werte wie SpaceX und SK Hynix gerieten in den branchenweiten Ausverkauf. Nvidia dagegen legte am Vortag rund drei Prozent zu und schloss bei 212,06 US-Dollar – ein Tagesgewinn, der die Marktkapitalisierung um rund 116 Milliarden US-Dollar anschwellen ließ. Mit einem Handelsvolumen von 29,13 Milliarden US-Dollar verzeichnete die Aktie den höchsten Tagesumsatz im gesamten Markt. Aktuell notiert das Papier bei 184,72 Euro, nach einem Minus von 0,74 Prozent im heutigen Handel – der Kurs bleibt damit 8,78 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 14. Mai 2026.

Vera Rubin geht in Serie, Texas-Werk läuft an

Auslöser der jüngsten Stärke ist der Produktionsstart der nächsten Chip-Generation. Nvidia begann am 21. Juli 2026 mit der Auslieferung der ersten Vera-Rubin-NVL72-Racks an Google Cloud, Microsoft und Oracle Cloud. Jedes System bündelt 72 Rubin-GPUs in 3-Nanometer-Fertigung mit 33,6 Milliarden Transistoren, 288 Gigabyte HBM4-Speicher und einer Bandbreite von 22 Terabyte pro Sekunde. Ein einzelnes Rack leistet damit 3.600 PFLOPS bei KI-Inferenz und 2.520 PFLOPS beim Training – Roboterfertigung und ein kabelloses Design sollen die Bereitstellungszeit auf Minuten verkürzen. SK Hynix soll bei der HBM4-Belieferung einen Anteil von 60 bis 70 Prozent stellen.

Parallel dazu läuft in Fort Worth, Texas, ein neues 700-Millionen-Dollar-Werk des Partners Wistron an, das den Grace-Blackwell-Ultra-Chip GB300 produziert. Die firmeneigene Vera-CPU, Nvidias erster hauseigener Server-Prozessor, wird seit Juni an OpenAI, Anthropic und SpaceX ausgeliefert. Nvidia hatte zuvor rund 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und sich an der 30-Milliarden-Dollar-Kapitalerhöhung von Anthropic beteiligt – Kunden, die nun direkt von der neuen Hardware profitieren.

Q1-Zahlen und Analysten stützen die Bewertung

Untermauert wird die Kursstärke von den zuletzt gemeldeten Geschäftszahlen. Im ersten Quartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,61 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 85,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Gewinn je Aktie von 1,87 US-Dollar gegenüber einer Erwartung von 1,76 US-Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs auf 75,2 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 92 Prozent. Für das zweite Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von bis zu 92,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Der Vorstand erhöhte zudem die Dividende auf 0,25 US-Dollar und genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden US-Dollar.

36 von 37 Analysten stufen die Aktie derzeit bullish ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 309,94 US-Dollar. Auch institutionelle Investoren bauten ihre Positionen zuletzt aus: Univest Financial Corp erhöhte seinen Bestand im ersten Quartal 2026 um 8,4 Prozent auf 316.215 Aktien, United Bank stockte um 5,6 Prozent auf 66.009 Aktien auf. Gegenläufig verkauften Insider Anteile – Director Mark A. Stevens veräußerte 885.000 Aktien zu 210,17 US-Dollar, Director John Dabiri trennte sich von 625 Aktien zu 214 US-Dollar.

Wettbewerb durch AMD, Kontrollen in China

Der Rückenwind bleibt nicht ohne Gegenwind. AMD kündigte am 22. Juli 2026 eine strategische Partnerschaft mit Anthropic an, inklusive einer Beteiligung von bis zu fünf Milliarden US-Dollar. AMD will bis zu zwei Gigawatt an Helios-KI-Beschleunigern liefern, die erste Ein-Gigawatt-Anlage soll in der ersten Hälfte 2027 entstehen. Nach eigenen Angaben laufen acht der zehn größten KI-Firmen bereits auf AMD-Instinct-GPUs. Gleichzeitig sorgte Alphabets Entscheidung, das Kapex-Ziel für 2026 auf bis zu 200 Milliarden US-Dollar anzuheben, für Beruhigung bei Sorgen über eine nachlassende Chip-Nachfrage.

Belastend wirkt dagegen eine neue Untersuchung des US-Handelsministeriums. Laut CNBC beschuldigte der Technologiechef des Weißen Hauses, Michael Kratsios, das chinesische KI-Unternehmen Moonshot AI, über Server in Thailand Zugriff auf exportverbotene Nvidia-GB300-Chips erlangt zu haben. Die Behörde BIS prüft nach Angaben von Aju Press eine mögliche Umgehung der Exportkontrollen, US-Finanzminister Scott Bessent stellte im Bestätigungsfall Sanktionen in Aussicht. Für Nvidia bleibt der chinesische Markt damit ein politisch heikles Terrain, während das Kerngeschäft mit US-Hyperscalern durch die Vera-Rubin-Auslieferung neuen Schub erhält.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.