Nvidia meldet Quartalszahlen, die kaum zu überbieten sind. Trotzdem gibt die Aktie nach. Das ist kein Widerspruch — es ist das Kernproblem für Anleger, die den Kurs einschätzen wollen.
Nachfrage „parabolic“ — Zahlen bestätigen das
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrum-Segment trieb das Wachstum: 75,2 Milliarden Dollar Umsatz, 92 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein das Netzwerkgeschäft verdreifachte sich auf rund 15 Milliarden Dollar.
CEO Jensen Huang fasste die Marktlage knapp zusammen: „Demand has gone parabolic.“ Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen rund 91 Milliarden Dollar Umsatz — ein weiteres Plus von 95 Prozent im Jahresvergleich.
Vera CPU: ein neuer Markt soll entstehen
Neben den Zahlen sorgte ein strategischer Schritt für Aufmerksamkeit. Nvidia stellt mit dem Vera CPU einen Prozessor vor, der speziell für sogenannte Agentic AI entwickelt wurde. KI-Agenten übernehmen dabei eigenständig Aufgaben, während GPUs weiterhin die rechenintensiven Trainingsprozesse abwickeln.
Huang beziffert den adressierbaren Markt für diese Technologie auf 200 Milliarden Dollar. Bereits 2026 sollen Vera-CPU-Verkäufe 20 Milliarden Dollar erreichen. Hinzu kommt der Start der nächsten Chip-Generation: Die Rubin-Systeme sollen ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar sein.
Kapitalrückflüsse auf Rekordniveau
Der freie Cashflow lag im Quartal bei 48,6 Milliarden Dollar. Das Management nutzte das für ein massives Rückgabeprogramm. Der Vorstand genehmigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar — on top der verbleibenden 38,5 Milliarden Dollar aus früheren Programmen.
Die Dividende stieg von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie — ein Anstieg um das 25-Fache. Kein Wunder, dass das Unternehmen damit Schlagzeilen macht.
Kurs reagiert trotzdem mit Abschlag
Die Aktie schloss am Freitag bei 185,46 Euro, ein Minus von 1,83 Prozent. Es war bereits der vierte Rückgang in Folge nach einem Quartalsbericht. Über sieben Tage summiert sich das Minus auf gut 4 Prozent — obwohl die Aktie seit Jahresbeginn rund 15 Prozent zugelegt hat und auf Jahressicht fast 57 Prozent im Plus liegt.
Einige Analysten erklären das Muster mit hohen Bewertungserwartungen und einer konzentrierten Kundenbasis. Der Konsens unter 52 Analysten bleibt dennoch positiv: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 303,27 Dollar. Morningstar hob seinen fairen Wert zuletzt von 260 auf 280 Dollar an und verwies auf den breiten Burggraben durch das CUDA-Software-Ökosystem.
Der RSI liegt aktuell bei 40,5 — technisch nähert sich die Aktie damit überverkauftem Terrain, ohne es zu erreichen. Ob das reicht, um die Post-Earnings-Schwäche zu brechen, wird der Markt in den kommenden Handelstagen zeigen — spätestens wenn die Rubin-Systeme im dritten Quartal anlaufen und erste Umsatzzahlen liefern.
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