Nvidia sieht sich einer Untersuchung des US-Justizministeriums ausgesetzt. Medienberichten zufolge prüfen die Kartellwächter, ob die Lizenzvereinbarung mit dem KI-Chip-Start-up Groq bewusst so gestaltet wurde, um eine wettbewerbsrechtliche Prüfung zu umgehen. Die Nachricht wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende regulatorische Aufmerksamkeit für den Chipkonzern, der seine Marktmacht in der KI-Branche kontinuierlich ausbaut.
Die Aktie zeigte sich davon zuletzt unbeeindruckt. Sie notiert bei 191,00 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,5 Prozent, seit Jahresbeginn hat das Papier um 19 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 202,50 Euro, erreicht am 14. Mai, trennen die Aktie derzeit 5,7 Prozent.
Expansionsdrang trotz regulatorischem Druck
Während die Kartellprüfung noch läuft, treibt Nvidia parallel mehrere strategische Vorhaben voran. Das Unternehmen plant eine Ausweitung seiner Rechenzentrumskapazitäten in Australien, die die derzeitige Auslastung des Landes durch Partnerschaften mit lokalen Firmen mehr als verdoppeln soll. Das Vorhaben unterstreicht den Anspruch von Nvidia, seine Infrastruktur für KI-Anwendungen global weiter auszubauen.
Auch bei potenziellen neuen Kunden zeigt sich Bewegung: Apple soll laut einem Bericht in Erwägung ziehen, Nvidia als Lieferanten für Netzwerktechnologie einzusetzen, sollte der iPhone-Hersteller in den Markt für Unternehmensserver zurückkehren. Neben eigens entwickelten Apple-Chips käme dabei Nvidia-Technologie zum Einsatz – ein Signal dafür, wie tief die Nvidia-Infrastruktur inzwischen in verschiedene Technologiebereiche vordringt.
Milliardeninvestment und politische Bühne
Weiteres Wachstumspotenzial könnte aus einer möglichen Beteiligung an Anthropic entstehen. Nvidia erwägt laut Reuters, bis zu 10 Milliarden US-Dollar in einen möglichen Börsengang des KI-Unternehmens zu investieren und dabei als Ankerinvestor aufzutreten.
Eine solche Beteiligung würde die Position von Nvidia im KI-Ökosystem weiter festigen, da das Unternehmen damit sowohl als Zulieferer von Rechenleistung als auch als Kapitalgeber für führende KI-Anbieter auftritt.
Konzernchef Jensen Huang bekräftigte auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference Anfang September, dass sich der KI-Ausbau noch in einer frühen Phase befinde. Diese Einschätzung dürfte die Investitionsentscheidungen des Unternehmens weiter prägen.
Huang selbst rückt zudem ins politische Rampenlicht: Er soll an einem Staatsbankett von US-Präsident Donald Trump für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping teilnehmen, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite belastet die Kartellprüfung zum Groq-Deal das regulatorische Risikoprofil des Unternehmens. Auf der anderen Seite treibt Nvidia seine Expansion in Rechenzentren, potenzielle Kundenbeziehungen und Beteiligungen an KI-Playern unbeirrt voran.
Der Kurs bewegt sich derzeit 2,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 186,04 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Markt die operative Dynamik bislang höher gewichtet als die juristischen Unwägbarkeiten.
Stand heute, 7. November: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 7. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
