Nvidia hat Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Erwartungen übertrafen – und verlor trotzdem über 5 Prozent an Wert. Der Grund: Die Anleger zweifeln an der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Gleichzeitig sorgte eine 30-Milliarden-Dollar-Beteiligung an OpenAI für neue Fragen zur Marktdynamik.
68 Milliarden Dollar Umsatz – und Sorgenfalten
Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 73 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,62 Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 1,53 Dollar.
Die Reaktion an der Börse fiel dennoch negativ aus. Die Aktie verlor 5,5 Prozent auf 184,89 Dollar – der stärkste Rückgang seit zehn Monaten. Das Handelsvolumen schnellte auf 351 Millionen Aktien hoch, mehr als doppelt so viel wie im Dreimonatsdurchschnitt. Der Grund: Die Prognose für das laufende Quartal konnte die Befürchtungen über eine mögliche KI-Blase nicht zerstreuen.
Das Rechenzentrumsgeschäft, das mittlerweile über 91 Prozent der Gesamterlöse ausmacht, legte um 75 Prozent auf 62,3 Milliarden Dollar zu. Hyperscaler wie Amazon und Microsoft machen mehr als die Hälfte dieser Erlöse aus. Besonders auffällig: Der Bereich Data Center Networking explodierte um 263 Prozent auf knapp 11 Milliarden Dollar, getrieben durch die Nachfrage nach NVLink-Systemen für die GB200- und GB300-Architekturen.
Die OpenAI-Saga: Von der Absichtserklärung zur Milliarden-Beteiligung
Im September 2025 kündigten Nvidia und OpenAI eine strategische Partnerschaft an. Nvidia erklärte die Absicht, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren – gestaffelt über die Bereitstellung von mindestens 10 Gigawatt Rechenleistung. Doch es blieb bei einer unverbindlichen Absichtserklärung. Kein Vertrag, kein Geldfluss.
Fünf Monate später berichtete das Wall Street Journal, die Verhandlungen lägen auf Eis. Interne Zweifel am Geschäftsmodell von OpenAI sollen der Grund gewesen sein. Auch in Nvidias Geschäftsbericht hieß es, es gebe „keine Gewissheit“ über einen Vertragsabschluss.
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Zwei Tage nach den Quartalszahlen kam die Wende: OpenAI verkündete eine 110-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde – eine der größten der Geschichte. Nvidia stieg mit 30 Milliarden Dollar ein, ebenso wie SoftBank. Amazon steuerte 50 Milliarden bei. Die Bewertung von OpenAI vor der Finanzierung: 730 Milliarden Dollar.
OpenAI verpflichtete sich im Gegenzug, 3 Gigawatt für Inferenz und 2 Gigawatt für Training auf Vera-Rubin-Systemen von Nvidia zu nutzen. Unklar bleibt, ob die 30 Milliarden die ursprünglich angekündigten 100 Milliarden ersetzen oder ergänzen. Die Vereinbarung verstärkt ein Muster, das an der Wall Street zunehmend kritisch gesehen wird: Chiphersteller und Cloud-Anbieter finanzieren KI-Startups, die gleichzeitig ihre größten Kunden sind – eine Art zirkulärer Geldfluss, der Nachfrage und Umsätze künstlich aufbläht.
Ausblick: 78 Milliarden Dollar im nächsten Quartal
Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahrs 2027 rechnet Nvidia mit Erlösen von rund 78 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr – eine Beschleunigung im Vergleich zum abgelaufenen Quartal. China ist in dieser Prognose nicht eingerechnet.
Finanzchefin Colette Kress erklärte, die Nachfrage verstärke sich. Nvidia geht davon aus, die im Herbst angepeilte Chip-Produktion von 500 Milliarden Dollar für 2026 zu übertreffen. Die nächste Generation, Vera Rubin, soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. CEO Jensen Huang hebt besonders das Potenzial von „Agentic AI“ hervor – autonome KI-Systeme mit minimalem menschlichen Eingriff, die laut Huang die nächste Wachstumswelle treiben sollen.
Trotz Rekordergebnissen und starker Prognose bleibt die Stimmung fragil. Die Bewertung liegt bei etwa dem 22-Fachen der erwarteten Gewinne, deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 37 – und kaum über dem S&P 500. Von 66 Analysten empfehlen 61 die Aktie zum Kauf. Die zentrale Frage aber bleibt: Wie lange können die Tech-Konzerne ihre Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur rechtfertigen – und wann zeigt sich, ob sich das Ganze rechnet?
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