Während die Bondmärkte diese Woche für Nervosität sorgten, bahnt sich bei Nvidia ein anderes Thema an: Der Chiphersteller könnte bei seiner kommenden Rubin-Ultra-Plattform an der Speicherausstattung schrauben — mit Folgen für die gesamte Lieferkette.
Ein UBS-Analyst geht davon aus, dass Nvidia bestimmte Chip-Fähigkeiten herabstuft und dabei einen geringeren HBM-Anteil pro Chip in Kauf nimmt. In Summe würden dadurch aber mehr Chips durch die Lieferkette laufen und der Gesamtverbrauch an Speicherchips mit hoher Bandbreite steigen.
Hintergrund ist ein sich verknappendes Speicherangebot, das die Preise für die Generationen HBM4 und HBM4E stärker steigen lässt als bislang erwartet — der Analyst rechnet inzwischen mit einem Plus von rund 79 Prozent bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen gegenüber dem Vorjahr, zuvor waren es 67 Prozent.
Politischer Gegenwind aus Pennsylvania
Parallel zur Speicherfrage wächst der regulatorische Druck auf die Rechenzentrums-Infrastruktur, von der Nvidia direkt profitiert. Pennsylvania hat per Executive Order angekündigt, den Bau neuer Rechenzentren stärker einzuschränken — künftig sollen strengere Vorgaben bei Strom- und Wasserverbrauch sowie die Zustimmung lokaler Behörden nötig sein. Rund 100 Projekte könnten dadurch ins Wanken geraten. New York und Texas hatten zuvor bereits ähnliche Einschränkungen auf den Weg gebracht.
Noch trägt das die Aktie nicht spürbar aus: Die Hyperscaler halten unverändert an ihren umfangreichen KI-Investitionen fest und sichern Nvidia damit weiterhin hohe Einnahmen. Sollte der politische und gesellschaftliche Widerstand gegen neue Rechenzentren jedoch zunehmen, könnte das mittelfristig die Bewertung belasten.
Charttechnik zeigt Warnsignal
Auf dem Kurschart deutet sich unterdessen eine mögliche Topping-Formation an. Bestätigt sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Struktur und fällt die Aktie unter die Nackenlinie bei 215,50 US-Dollar, wären Rückgänge Richtung 210,33 US-Dollar denkbar, darunter rückt die Unterstützungszone um 195,00 US-Dollar in den Blick.
Auf der Oberseite bleibt die Marke von 227,92 US-Dollar entscheidend — ein überzeugender Ausbruch darüber würde den Weg zum bisherigen Rekordhoch bei 236,54 US-Dollar öffnen.
Am kommenden Mittwoch, dem 26. August, legt Nvidia seine Quartalszahlen vor. Bis dahin dürfte der Markt zwischen zwei Erzählsträngen pendeln: der Aussicht auf einen Rekordumsatz durch anhaltend hohe Hyperscaler-Ausgaben und den wachsenden politischen Risiken rund um Energie- und Wasserverbrauch der Rechenzentren, die diese Nachfrage überhaupt erst tragen.
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