Nvidia treibt KI aus dem Rechenzentrum in die Werkshalle. Im Siemens-Elektronikwerk Erlangen zeigen beide Konzerne, wie autonome Fertigung aussehen soll. Zwei Tage vor Jensen Huangs Keynote auf der GTC Berlin passt der Zeitpunkt auffallend gut.
Erlangen als Testlabor
Siemens hat die Zusammenarbeit mit Nvidia im Bereich industrieller KI erweitert. Nvidia steuert Technologie für KI-Anwendungen und Simulationsumgebungen bei, Siemens bringt Industriesoftware und Automatisierungskompetenz ein. Das Werk mit rund 1.000 Beschäftigten dient dabei als Reallabor und soll als Vorlage für andere Branchen taugen.
Im Fokus stehen digitale Zwillinge, agentenbasierte Produktionsplanung, Robotik und digital gestützte Materialflüsse. Siemens beziffert die Einsparungen beim Engineering virtueller Produktionsvorbereitung auf bis zu 85 Prozent. Durch agentenbasierte Planung seien Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent möglich. Mehr als 100 KI-Algorithmen laufen nach Unternehmensangaben bereits im Betrieb.
Für Nvidia liegt der Reiz im Geschäftsmodell. Der Konzern bindet seine Technologie stärker in industrielle Anwendungen ein und löst sich damit ein Stück von der Abhängigkeit vom klassischen Rechenzentrumsgeschäft. Siemens will bis 2030 rund 500 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts investieren.
Ökosystem wächst
Auch abseits der Industrie knüpft Nvidia Verbindungen. Der Sicherheitsspezialist Fortanix bringt vertrauliche KI-Workloads auf Kubernetes in hardwaregeschützte Umgebungen, unter anderem auf Nvidia-GPUs mit Confidential Computing.
Nvidia-Manager John Fanelli lobte die Open-Source-Zusammenarbeit bei Attestierung und Schlüsselfreigabe. Das Londoner Start-up XRlabs wiederum zählt sich zu den globalen Nvidia-Partnern in der Robotik und nutzt Jetson Thor sowie Isaac for Healthcare für KI im Operationssaal.
Das sind keine Großaufträge, aber sie zeigen, wie breit der Nvidia-Stack inzwischen eingesetzt wird. Fortanix lädt zudem zur GTC Berlin an Stand 7017 ein, die Messe läuft vom 20. bis 22. Oktober.
Keynote am Mittwoch
Huang hält seine Hauptrede am Mittwoch, 21. Oktober, um 10.00 Uhr deutscher Zeit, live im Internet. Angekündigte Schwerpunkte sind CUDA, beschleunigtes Rechnen, Open-Source-Modelle, agentische KI und Physical AI. Welche konkreten Produkte oder Partnerschaften er vorstellt, ist offen. Die Erlangen-Ergebnisse dürften dabei als Praxisbeispiel für Physical AI dienen.
Stand heute, 19. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
