Startseite » Halbleiter » Nvidia Aktie: Rubin-Ultra prüft weniger Speicher

Nvidia Aktie: Rubin-Ultra prüft weniger Speicher

Nvidia investiert fünf Milliarden Dollar in Sutskever-Startup, während Insider Anteile verkaufen. Quartalszahlen Ende August im Fokus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fünf Milliarden Dollar für KI-Startup
  • Insider verkaufen Anteile im Wert von 767 Millionen
  • Nvidia prüft Rubin-Ultra-GPU mit weniger Speicher
  • Quartalszahlen am 26. August erwartet

Nvidia spielt in dieser Woche auf zwei Klavieren gleichzeitig – und die Melodien passen nicht recht zusammen. Auf der einen Seite steckt der Chipkonzern Milliarden in die Zukunft der künstlichen Intelligenz. Auf der anderen Seite verkaufen Insider in großem Stil eigene Anteile. Für mich ist genau dieser Kontrast der spannendste Punkt an der Aktie, während sie sich mit 193,68 Euro und einem Tagesplus von 2,03 Prozent am Freitag nur noch rund 4,36 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch bewegt.

Fünf Milliarden für Sutskever, 767 Millionen aus der Chefetage

Ende Juli hat Nvidia laut Bloomberg zugesagt, fünf Milliarden Dollar in Safe Superintelligence zu investieren, das KI-Startup von Ilya Sutskever. Es ist eines der größten Einzelinvestments des Konzerns im laufenden KI-Boom. Nvidia bestätigte in einer eigenen Mitteilung, dass Safe Superintelligence im Gegenzug Zugang zur kommenden Vera-Rubin-Plattform erhält und beide Seiten an der technischen Weiterentwicklung von Nvidias Rechenplattformen zusammenarbeiten wollen. Das ist eine klare Ansage: Wer künftig an der Spitze der KI-Infrastruktur mitspielen will, kommt an Nvidia kaum vorbei – und Nvidia sichert sich im Gegenzug frühen Zugriff auf vielversprechende Forschung.

Gleichzeitig haben Insider des Unternehmens Medienberichten zufolge in den vergangenen 90 Tagen 13 Transaktionen abgewickelt – ausnahmslos Verkäufe, mit einem Gesamtvolumen von etwa 767,2 Millionen Dollar. Besonders auffällig sind dabei die Verkäufe von Direktor Mark A. Stevens. Ich will das nicht überdramatisieren: Bei einem Konzern dieser Größenordnung sind Insiderverkäufe in dieser Dimension nicht automatisch ein Alarmsignal, oft stecken Steuerplanung oder Portfoliodiversifikation dahinter. Trotzdem passt das Bild – massive Kapitalzusagen nach außen, spürbare Gewinnmitnahmen nach innen – nicht ganz zu einer Aktie, die kurz vor ihrem Rekordhoch steht.

Sparen an der falschen Stelle?

Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgt ein Bericht des Fachmediums The Information, wonach Nvidia für die kommende Rubin-Ultra-GPU auch Designvarianten mit weniger Speicher prüft. Wenn ein Unternehmen mitten im größten Investitionszyklus seiner Geschichte über reduzierte Speicherausstattung bei seinem nächsten Flaggschiff-Chip nachdenkt, lässt sich das als Kostendisziplin lesen – oder als Hinweis darauf, dass Lieferketten und Margen enger werden, als es die Wall Street bislang einpreist. Beides ist möglich, und solange Nvidia selbst keine Details bestätigt, bleibt es Spekulation. Mir persönlich gefällt trotzdem nicht, dass ausgerechnet beim Speicher gespart werden könnte, einem der zentralen Flaschenhälse für KI-Trainingslasten.

Bewertung nahe Rekordhoch, Rechenschaft folgt am 26. August

Charttechnisch bleibt die Aktie in ausgezeichneter Verfassung: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 20,84 Prozent, der Kurs liegt 8,03 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 38,28 Prozent zeigt, dass der Markt weiterhin kräftig in beide Richtungen bewegt wird. Am 26. August wird Nvidia die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Diese Vorlage dürfte zeigen, ob die milliardenschweren Wetten auf Partner wie Safe Superintelligence bereits operativ Wirkung zeigen oder vorerst reine Zukunftsinvestition bleiben.

Erwähnenswert, aber inzwischen überholt: Piper Sandler hatte die Aktie am 8. Juni wegen möglicher staatlicher Prüfungen auf „Neutral“ von „Overweight“ gesenkt. Seither ist der Kurs deutlich gestiegen, sodass diese Einschätzung heute kaum noch als aktuelles Signal taugt.

Unterm Strich sehe ich eine Aktie, die operativ und strategisch weiter Tempo macht, deren Bewertung aber schon viel Optimismus vorwegnimmt. Die Kombination aus Rekordnähe, Insiderverkäufen und offenen Fragen zur Rubin-Ultra-Architektur spricht für mich dafür, die Erwartungen an den Quartalsbericht Ende August nicht zu überziehen – auch wenn die grundsätzliche Investitionsstory intakt bleibt.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.