Nvidia steht vor zwei entscheidenden Entwicklungen. Die neue Rubin-Plattform geht an den Start. Parallel dazu blockiert ein ungelöster Zollstreit das wichtige China-Geschäft. Diese beiden Faktoren bestimmen aktuell die Richtung der Aktie.
Können die neuen Rubin-Chips die fehlenden Einnahmen aus China ausgleichen? Nvidia rechnet für das nächste Quartal mit 91 Milliarden US-Dollar Umsatz. Aktuell notiert das Papier bei 182,60 Euro. Damit fehlt noch ein gutes Stück zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro.
Bullisches Szenario: Effizienz treibt den Umsatz
Das optimistische Szenario setzt auf eine massive Investitionswelle der Cloud-Anbieter. Die Rubin-Plattform senkt die Kosten für KI-Berechnungen im Vergleich zum Vorgänger Blackwell drastisch. Das könnte den Austausch alter Server in den Rechenzentren beschleunigen.
Bereits im nächsten Quartal soll Rubin erste Umsätze liefern. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 38,2 Milliarden US-Dollar aus diesem Segment. CEO Jensen Huang prognostiziert für Blackwell und Rubin zusammen eine Billion US-Dollar Umsatz bis Ende 2027.
Die Basis dafür stimmt. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz auf den Rekordwert von 81,6 Milliarden US-Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 92 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 260,83 Euro.
Bärisches Szenario: Produktionsrisiken und China-Ausfall
Das Risiko-Szenario ist jedoch real. Nvidia verkauft aktuell keine hochmodernen Chips in China. Die dortige Cyberspace-Verwaltung drängt heimische Firmen zu lokalen Anbietern. Die Folge: ein dauerhaft kleinerer Marktanteil.
Hinzu kommen technische Hürden bei der Rubin-Produktion. Berichten zufolge musste Nvidia das Design des Rubin-Ultra-Chips abspecken. Grund sind Probleme mit der Ausbeute bei den fortschrittlichen Verpackungslinien von TSMC. Auch Engpässe bei neuen Speichermodulen könnten die anfänglichen Liefermengen begrenzen.
Die Unsicherheit zeigt sich bei den Schätzungen für den Vorgänger Blackwell. Hier erwarten Experten einen Umsatzsprung auf 137 Milliarden US-Dollar. Die Spanne der Analystenprognosen ist allerdings groß. Kurz gesagt: ein Risiko.
Ausblick: Der nächste Katalysator
Laufen die Rubin-Auslieferungen planmäßig an, spricht viel für eine langsame Erholung. Die Aktie ist technisch ausbalanciert. Der RSI-Wert von 51,2 signalisiert einen neutralen Markt. Der Kurs liegt knapp über der 50-Tage-Linie.
Verzögern sich die Lieferungen jedoch, droht ein Rückschlag. Dann könnte der Kurs in Richtung der 100-Tage-Linie bei rund 168 Euro rutschen. Als starker Boden dient der 200-Tage-Durchschnitt.
Am Ende zählen harte Fakten. Der Quartalsbericht für das zweite Geschäftsquartal 2027 liefert die ersten echten Zahlen zum Rubin-Verkauf. Fällt das Wachstum hier stark genug aus, rückt das alte Allzeithoch wieder in greifbare Nähe. Bleibt der Umsatz hinter den Erwartungen zurück, droht ein direkter Test der 168-Euro-Marke.
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