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Nvidia Aktie: RTX Spark greift Intel und AMD an

Nvidia präsentiert auf der GTC Taipeh einen Laptop-Chip, Desktop-Supercomputer und neue KI-Modelle. Die Aktie legt leicht zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erster eigener Laptop-Prozessor RTX Spark
  • KI-Supercomputer für den Schreibtisch
  • Robotaxi-Plattform mit neuen Partnern
  • Aktienrückkauf über 80 Milliarden Dollar

Jensen Huang hat auf der GTC Taipeh am 1. Juni 2026 das wohl dichteste Produktprogramm der Unternehmensgeschichte präsentiert. Laptop-Chip, Desktop-Supercomputer, Robotaxi-Plattform, KI-Weltmodell — alles in einer einzigen Keynote im Taipei Music Center. Die Nvidia-Aktie reagiert mit einem Plus von rund 2 Prozent auf 185,32 Euro.

RTX Spark: Nvidia greift Intel und AMD an

Das größte Novum ist der RTX Spark — Nvidias erster eigener Prozessor für Windows-Laptops. Der Superchip kombiniert einen Blackwell-RTX-GPU mit 6.144 CUDA-Kernen und Tensor-Kernen der fünften Generation mit einem 20-Kern-Grace-CPU auf Arm-Basis. Verbunden werden beide Komponenten über Nvidias NVLink-C2C-Interconnect. Das Ergebnis: bis zu 1 Petaflop KI-Rechenleistung und bis zu 128 GB einheitlicher Arbeitsspeicher — genug, um große Sprachmodelle vollständig lokal zu betreiben, ohne Cloud-Anbindung.

Laptop-Modelle von Microsoft, Dell, HP, ASUS, Lenovo und MSI sollen den Chip ab Herbst 2026 tragen. Nvidia betritt damit ein Terrain, das bislang Intel, AMD, Qualcomm und Apple unter sich aufgeteilt hatten.

DGX Station: Billionen-Parameter-Modelle auf dem Schreibtisch

Für Unternehmenskunden folgte die DGX Station for Windows — laut Nvidia der leistungsstärkste Deskside-KI-Supercomputer der Welt. Angetrieben vom GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip, bietet das System bis zu 748 GB kohärenten Arbeitsspeicher und bis zu 20 Petaflops FP4-Leistung. Das reicht, um Frontier-Modelle mit bis zu einer Billion Parametern lokal auszuführen.

Die Markteinführung ist für das vierte Quartal 2026 geplant, Systempartner sind ASUS, Dell, GIGABYTE, HP, MSI und Supermicro.

Robotaxis, Cosmos 3 und Taiwans Milliarden

Die DRIVE-Hyperion-Plattform für Level-4-Robotaxis gewinnt neue Partner: Foxconn will ab 2028 in Taiwan starten und dann in ganz Asien expandieren, VinFast setzt auf Südostasien, Uber arbeitet an einem Münchner Programm, und Humain bringt die Plattform nach Saudi-Arabien.

Auf der Software-Seite stellte Huang Cosmos 3 vor — ein offenes KI-Weltmodell, das Bildverstehen, Weltgenerierung und Aktionsvorhersage in einem System vereint. Der neue Vera-CPU ist bereits in Vollproduktion, erste Abnehmer sind OpenAI, Anthropic und SpaceX.

Kapitalrückflüsse und Wachstumszahlen

Huang nutzte den Auftritt auch, um Nvidias wachsende Präsenz in Taiwan zu unterstreichen. Die jährlichen Ausgaben im Land stiegen von ehemals 10 bis 15 Milliarden Dollar auf heute 100 Milliarden Dollar. Ein neuer Campus namens „Constellation“ soll um 2030 als Nvidias Auslandshauptquartier mit rund 4.000 Mitarbeitern öffnen.

Das Aktionärskapitel ist ebenfalls beachtlich: Der Vorstand genehmigte im Mai ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie — Zahltag ist der 26. Juni 2026. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 215,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer operativen Marge von rund 60 Prozent.

Die Aktie notiert damit rund 8 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 201,05 Euro — der Markt wartet nun darauf, ob die Produktoffensive aus Taipeh die nächste Aufwärtsbewegung trägt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.