Nvidia macht ernst im Quantencomputing. Auf dem heutigen World Quantum Day präsentierte der Konzern die erste Open-Source-Familie von KI-Modellen speziell für die Quantenwelt — unter dem Namen „Ising“, angelehnt an ein mathematisches Grundlagenmodell der Physik. Das Ziel: Quantenprozessoren mittels künstlicher Intelligenz zuverlässig und skalierbar zu machen.
Was Ising wirklich leisten soll
Die zwei Kernkomponenten des Pakets adressieren die größten Hürden im Quantencomputing. Ising Calibration automatisiert die aufwendige Kalibrierung von Quantenprozessoren — ein Prozess, der bislang Tage dauerte und nun auf Stunden reduziert werden soll. Ising Decoding übernimmt die Fehlerkorrektur in Echtzeit und arbeitet dabei bis zu 2,5-mal schneller und dreimal präziser als der bisherige Open-Source-Standard pyMatching.
Die Modelle laufen lokal auf den Systemen der Forscher, was proprietäre Daten schützt. Sie lassen sich zudem über NIM-Microservices für spezifische Hardware anpassen.
Breites Ökosystem von Beginn an
Die Adoptionsliste liest sich beeindruckend: Fermilab, Harvard, das Lawrence Berkeley National Laboratory und das britische National Physical Laboratory gehören bereits zu den Nutzern von Ising Calibration. Ising Decoding wird unter anderem von Cornell, der University of Chicago und Sandia National Laboratories eingesetzt. Der Quantencomputer-Hersteller IQM demonstriert derweil, wie sich die Kalibrierungsmodelle direkt in bestehende Unternehmensinfrastruktur integrieren lassen — ein Schritt in Richtung industrieller Skalierung.
Ising ergänzt das bestehende CUDA-Q-Softwarepaket und greift über den NVQLink-Interconnect direkt in die Hardware-Steuerung von Quantenprozessoren ein.
An der Börse zeigte sich die Aktie heute erfreulich stabil: Plus 1,6 Prozent, gestützt auch durch das aufgeräumte Marktumfeld rund um die Hoffnungen auf wiederaufgenommene Iran-Friedensverhandlungen. Daneben konnte Nvidia die zuletzt kursierenden Übernahmerüchte rund um Dell endgültig aus der Welt räumen. Der Quantencomputing-Markt soll bis 2030 die Schwelle von 11 Milliarden Dollar überschreiten — Nvidia positioniert sich früh als Plattformgeber in diesem Segment.
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