Konzernchef Jensen Huang stellt für das kommende Jahr einen drastischen Ausbau der Liefermengen in Aussicht. Auf einem Technologiegipfel in Schottland erklärte der Manager, dass das Unternehmen im nächsten Jahr doppelt so viele Halbleiter verkaufen will wie im laufenden Jahr. Die Nachfrage der Kunden gäbe diesen Sprung bereits her, doch limitieren knappe Fertigungskapazitäten das tatsächliche Tempo.
Hohe Ziele für das nächste Geschäftsjahr
An den Finanzmärkten kommt der optimistische Ausblick gut an. Im europäischen Handel legte der Kurs heute um 1,1 Prozent auf 200,60 Euro zu. Offiziell peilt die Unternehmensführung für das übernächste Geschäftsjahr ein Erlöswachstum von rund 70 Prozent an.
Treibende Kraft hinter dieser Dynamik bleibt der umfassende Ausbau moderner Rechenzentren weltweit. Große Plattformbetreiber und Cloud-Anbieter rüsten ihre Infrastruktur massiv auf, um Anwendungen für künstliche Intelligenz bereitzustellen. Nvidia profitiert dabei von seiner neuen Plattform Vera Rubin, für die bereits umfangreiche Vorbestellungen aus der gesamten Technologiebranche vorliegen.
Rekordwerte im Rechenzentren-Geschäft
Wie stark das Fundament dieser Entwicklung ist, belegten bereits die jüngsten Quartalszahlen des Konzerns. Im zweiten Geschäftsquartal kletterte der Umsatz auf 96,22 Milliarden Dollar. Allein das Segment für Rechenzentren steuerte 89,02 Milliarden Dollar zu diesem Ergebnis bei.
Mit dem aktuellen Kursplus rückt die Aktie bis auf einen Abstand von 0,9 Prozent an ihr bisheriges 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro heran.
Herausforderungen zeichnen sich vor allem bei der physischen Verfügbarkeit von Vorprodukten ab. Insbesondere hochmoderne HBM-Speichermodule bleiben branchenweit knapp und könnten das Tempo bei der Fertigung begrenzen.
Gleichzeitig drängen Wettbewerber wie Apple mit Arbeitsplatzrechnern für lokale Modellberechnungen auf den Markt, um Alternativen zu reinen Cloud-Lösungen zu bieten. Für das Training und den großflächigen Betrieb komplexer Systeme bleibt Nvidias Verbund aus Hard- und Software jedoch vorerst der bestimmende Standard.
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