Nvidia verfehlt seinen streng getakteten Zeitplan. Die neue Kyber-Architektur kommt später als geplant. Das bringt den ambitionierten Rhythmus des Chipgiganten durcheinander.
Die komplexen Systeme bereiten massive Probleme in der Fertigung. Das Flaggschiff Kyber NVL144 sollte eigentlich 2027 auf den Markt kommen. Nun verschiebt sich der Start auf 2028. Schuld ist eine 78-lagige Leiterplatte im Zentrum des Servers. Hersteller können die hohen technischen Anforderungen dieser Komponente aktuell nicht in ausreichender Menge erfüllen.
Streichungen im Sortiment
Diese Produktionshürde zieht weitere Kreise. Die Folge: Nvidia dünnt seine Roadmap spürbar aus. Das Modell NVL576 verspätet sich massiv oder erscheint nur in kleinen Stückzahlen. Eine geplante Doppel-Rack-Konfiguration hat der Konzern komplett gestrichen. Große Cloud-Anbieter hatten gegen dieses Design zuvor Bedenken angemeldet.
Auch auf Chip-Ebene gibt es Einschnitte. Die Version des Rubin-Ultra-Chips mit vier Dies fällt weg. Nvidia konzentriert sich nun ausschließlich auf die Variante mit zwei Dies. So will das Unternehmen die Fertigung innerhalb der aktuellen Grenzen absichern.
Konkurrenten bringen sich in Stellung
Für die bestehenden Systeme Oberon und Rubin läuft die Auslieferung normal weiter. Bis Herbst 2026 sollen acht große Cloud-Partner die aktuellen Rubin-Racks erhalten. Dennoch öffnet die Verzögerung ein strategisches Fenster. Rivalen wie AMD mit dem MI500X oder Google mit seinem TPUv8i können nun im High-End-Segment wichtige Marktanteile gewinnen.
An der Börse reagierten Anleger verhalten. Die Aktie gab am Montag leicht nach und notiert bei rund 170 Euro. Vom Rekordhoch im Mai ist das Papier damit knapp 16 Prozent entfernt.
Immerhin hält der Kurs einen Puffer auf die viel beachtete 200-Tage-Linie. Nvidia selbst schweigt bislang zu den Berichten. Spätestens bei der nächsten Vorlage der Quartalszahlen wird der Markt eine klare Stellungnahme zur Lieferfähigkeit der neuen Systeme einfordern.
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