Nvidia ist wieder das teuerste Unternehmen der Welt. Am Freitag brach die Apple-Aktie nach einer enttäuschenden Umsatzprognose ein — und der Chiphersteller übernahm zum dritten Mal binnen zwei Wochen die Spitzenposition an der Börse zurück. Ein Rollentausch, der zeigt, wie eng beide Konzerne derzeit beieinanderliegen.
Zum Handelsschluss lag Nvidias Marktkapitalisierung bei rund 4,86 Billionen Dollar, Apple kam auf 4,54 Billionen Dollar. Nur wenige Tage zuvor hatte der iPhone-Konzern im Tagesverlauf sogar kurzzeitig die Marke von fünf Billionen Dollar übersprungen.
Apples Schwäche als Steilvorlage
Auslöser für den erneuten Wechsel war der Ausblick von Apple auf das laufende Geschäftsquartal. Der Umsatz für das abgelaufene Quartal übertraf zwar die Erwartungen, doch für die Monate Juli bis September rechnet der Konzern nur mit begrenztem Wachstum. Grund sind Lieferengpässe bei Speicherchips und weiteren Komponenten, die Tim Cook in seiner letzten Telefonkonferenz als CEO als „sehr erheblich“ bezeichnete.
Nvidia profitierte derweil von starken Cloud-Zahlen bei Amazon und Microsoft, die Zweifel an der Rentabilität milliardenschwerer KI-Rechenzentren dämpften. Der Titel des wertvollsten Unternehmens sagt für sich genommen zwar wenig über die operative Stärke aus — als Stimmungsbarometer wirkt er aber trotzdem.
Analysten bleiben nahezu geschlossen bullisch
Die Nvidia-Aktie notierte zuletzt bei 200,75 Dollar, ein Plus von 5,75 Prozent seit Jahresbeginn, aber noch 15 Prozent unter dem Rekordhoch von 236,54 Dollar. Damit liegt der Kurs am unteren Ende der Kursziel-Spanne der großen Analystenhäuser, die von 200 Dollar (Barclays) bis 240 Dollar (Cantor Fitzgerald) reicht — sämtliche Einstufungen lauten auf Kaufen oder Übergewichten.
Die Wachstumsstory bleibt intakt: Umsatzschätzungen sehen den Konzern bis 2030 auf rund 253 Milliarden Dollar zusteuern, getragen von einem geschätzten globalen KI-Infrastruktur-Investitionsvolumen von 3 bis 4 Billionen Dollar jährlich. Risiken bleiben dennoch bestehen — allen voran eigene KI-Chip-Entwicklungen von Google, Amazon und Meta sowie die ungeklärte Frage künftiger China-Exporte.
Der nächste belastbare Datenpunkt für die Frage, wer die Börsenkrone langfristig behält, dürften die Nvidia-Quartalszahlen liefern, die am 26. August anstehen.
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