Ein Medienbericht über OpenAI hat die Nasdaq am Donnerstag belastet. Nvidia gehört zu den größten Verlierern unter den KI-Chipwerten. Dabei lieferte der Konzern am selben Tag eigentlich genug Gesprächsstoff abseits der Kursschwäche.
OpenAI-Zahlen verunsichern den Sektor
Auslöser war die Meldung, OpenAI habe Investoren mitgeteilt, dass der annualisierte Umsatz Ende September bei fast 50 Milliarden Dollar liegt. Das sind rund 20 Milliarden weniger als zuvor angegeben. OpenAI äußerte sich dazu nicht. Die Sorge, dass sich die enormen KI-Ausgaben immer schwerer rechtfertigen lassen, bekam damit neue Nahrung.
Nvidia gab zeitweise um mehr als vier Prozent nach. Auch Arm, Intel, AMD, Marvell, Micron und Sandisk verloren zwischen 3 und 7 Prozent, der Nasdaq 100 büßte zuletzt 1,7 Prozent ein. Der Dow Jones hielt sich dagegen fast unverändert.
Schon vorbörslich waren Chipwerte unter Druck geraten. Selbst eine Rekordgewinnprognose von Samsung konnte die Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms nicht zerstreuen.
Finanzierungsketten im Blick
Die Debatte um schuldenfinanzierte KI-Investitionen bekommt zusätzliche Beispiele. SpaceX soll Medienberichten zufolge 40 Milliarden Dollar aufnehmen wollen, um Nvidia-Chips zu kaufen.
Beim australischen Rechenzentrumsbetreiber Firmus wackelt derweil der Börsengang. Der Ausgabepreis soll von elf auf rund neun Australische Dollar sinken. Nvidia ist dort Investor, Lieferant und Partner. Die Mechanik ist simpel: Fließt weniger Kapital, sinken die Chipbestellungen. Für Nvidias Bilanz ist Firmus allein zu klein. Das Muster ähnelt jedoch den Verbindungen zu CoreWeave und Nebius.
Genesis Mission und Windows-Laptops
Nvidia selbst setzte positive Akzente. Der Konzern sagte in Washington Mittel im Wert von einer Milliarde Dollar über fünf Jahre für die US-Wissenschaft zu, etwa für Quantencomputing, Gesundheit und Energiesicherheit. Jensen Huang soll zudem die National Medal of Science erhalten.
Hinzu kommt ein neues Geschäftsfeld: Gemeinsam mit Microsoft stellte Nvidia einen KI-Laptop mit dem eigenen Arm-Prozessor RTX Spark vor. Die Geräte sind ab 16. Oktober erhältlich, die Leistungsangaben stammen aus Herstellertests. Finanziell bleibt das PC-Geschäft vorerst eine Randgröße.
Der nächste Termin steht fest: Auf der GTC Berlin hält Huang am 21. Oktober eine Keynote. Zuvor liefert TSMC am 15. Oktober Quartalszahlen, die den Chipsektor ebenfalls bewegen dürften.
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