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Symbolbild, KI-generiert

Nvidia Aktie: Jensen Huang trifft japanische Industriegiganten

Nvidia meldet starke Quartalszahlen, doch das Wachstumstempo sinkt. Neue Partnerschaften in Japan und ein milliardenschweres Auftragsbuch stützen die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt um 85 Prozent
  • Wachstumsrate sinkt merklich
  • Japan-Partnerschaften für Robotik
  • Auftragsbestand von einer Billion Dollar

Nvidia bricht weiter Rekorde. Trotzdem bleiben die Anleger zurückhaltend. Genau dieser Widerspruch prägt gerade die Aktie des KI-Vorreiters.

Am Freitag schloss das Papier bei 182,00 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 13,55 Prozent im Plus. Das klingt solide, ist aber im Vergleich zur eigenen Historie mager. 2025 legte die Aktie um 39 Prozent zu, 2024 um 171 Prozent, 2023 sogar um 239 Prozent. Diese Serie hat Investoren an dauerhaft außergewöhnliche Renditen gewöhnt. Von diesem Tempo ist 2026 wenig übrig.

Zahlen glänzen, Wachstumsrate sinkt

Operativ läuft es für Nvidia weiterhin ausgezeichnet. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 26. April endete, um 85 Prozent im Jahresvergleich auf 81,6 Milliarden Dollar. Das übertraf ohnehin schon ambitionierte Erwartungen der Wall Street.

Der Blick nach vorn zeigt aber eine klare Verlangsamung. Analysten erwarten zwischen dem Geschäftsjahr 2026 und 2029 ein Umsatzwachstum von rund 219 Prozent. In den vorangegangenen drei Jahren zusammen wuchs Nvidia um etwa 700 Prozent. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung gilt die neue Wachstumsrate immer noch als außergewöhnlich. Die niedrigere Bewertung spiegelt also eher einen realistischeren Ausblick wider als echte Probleme im Geschäft.

Japan öffnet neues Feld

Diese Woche kam der wichtigste Impuls aus Japan. CEO Jensen Huang traf sich mit Chefs großer japanischer Industriekonzerne, darunter Toyota, Fujitsu, Kawasaki Heavy Industries, Fanuc und Kioxia. Thema war der Einsatz von „physischer KI“ in Fabriken.

Huang formulierte es so: „Die nächste Grenze der KI liegt in der physischen Welt, und das ist eine einmalige Chance für Japan.“ Drei große Robotik- und Automatisierungskonzerne setzen Nvidias Technologie bereits ein: Kawasaki, Fanuc und Yaskawa.

Nvidia hat parallel seine Berichtsstruktur angepasst, um die neuen Wachstumstreiber sichtbar zu machen. Das Rechenzentrumsgeschäft erzielte im letzten Quartal einen Umsatz von 75 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent zum Vorjahr. Der Bereich Edge Computing, zu dem auch das Training von Robotern zählt, wuchs um 29 Prozent. Kurzfristig bleibt das Rechenzentrumsgeschäft der entscheidende Kurstreiber. Die Robotik-Initiative gilt als langfristige Wette, die sich erst über Jahre auszahlen dürfte.

Auftragsbuch bleibt praller Puffer

Ein wichtiger Stützpfeiler für das Vertrauen der Anleger ist Nvidias Auftragsbestand. Nach aktuellen Berechnungen liegt bestätigte Nachfrage im Volumen von einer Billion Dollar bis 2027 vor. Huang hatte zuvor bereits von rund 500 Milliarden Dollar an KI-Chip-Bestellungen für die Jahre 2025 und 2026 zusammen gesprochen. Diese Zahlen unterstreichen, wie tief die Kundenbindung inzwischen reicht.

Bei einem aktuellen Bewertungsniveau von 23 mal den erwarteten Gewinnen und einer prognostizierten jährlichen Gewinnsteigerung von etwa 44 Prozent über die kommenden Jahre zahlen Investoren keinen Aufschlag für das langfristige Potenzial der physischen KI. Die Aktie notiert damit günstiger, als es das Wachstumstempo der vergangenen Jahre vermuten ließe.

Der nächste Quartalsbericht wird für Ende August erwartet. Er dürfte zeigen, ob die Verlangsamung des Aktienkurses 2026 eine echte Abkühlung bei KI-Infrastrukturausgaben widerspiegelt oder nur eine Verschnaufpause nach Jahren außergewöhnlicher Zuwächse. Bis dahin bleiben die japanischen Partnerschaften und das mehrjährige Auftragspolster die zentralen Argumente der Optimisten, während der Wettbewerbsdruck im Rechenzentrums-Markt weiter genau beobachtet wird.

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