Morgen Abend ist es soweit. Nach Börsenschluss am Mittwoch, dem 20. Mai, legt Nvidia seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor — und selten hat ein Quartalsbericht so viel Sprengkraft für die gesamte Technologiebranche gehabt.
Der Markt zittert schon jetzt. Halbleiteraktien haben in den vergangenen drei Handelstagen kollektiv mehr als 7 Prozent verloren, während steigende Anleiherenditen die Stimmung im Tech-Sektor zusätzlich eintrüben. Der Zehnjährige US-Staatsanleihen-Yield kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit Januar 2025 — ein Niveau, das Wachstumswerte strukturell unter Druck setzt.
Die Latte liegt verdammt hoch
Analysten rechnen für das abgelaufene Quartal mit einem Umsatz zwischen 78 und 79 Milliarden Dollar. Einzelne Häuser liegen noch deutlich höher: HSBC etwa erwartet Erlöse von 81,1 Milliarden Dollar und hat sein Kursziel zuletzt auf 325 Dollar angehoben. BofA Securities hält an seinem Kaufvotum mit einem Ziel von 320 Dollar fest und traut Nvidia zu, die Umsatzerwartungen um bis zu 4 Milliarden Dollar zu übertreffen. Evercore ISI bleibt ebenfalls optimistisch — Kursziel 352 Dollar.
Truist Securities bestätigte diese Woche seine Kaufempfehlung mit einem Ziel von 287 Dollar und verweist dabei auf das CUDA-Ökosystem als eine Art Betriebssystem für KI-Anwendungen. Das Forward-KGV liegt trotz der Billionen-Bewertung im mittleren 20er-Bereich, was angesichts eines PEG-Verhältnisses von 0,67 auf eine vergleichsweise moderate Bewertung relativ zum Wachstum hindeutet.
Das Geschäftsjahr 2026 schloss Nvidia mit 215,9 Milliarden Dollar Umsatz und einem freien Cashflow von 96,6 Milliarden Dollar ab — Zahlen, die noch vor wenigen Jahren utopisch geklungen hätten.
Wenn starke Zahlen nicht reichen
Das eigentliche Spannungsfeld liegt woanders. Ob Nvidia die Erwartungen erfüllt, ist fast zweitrangig geworden. Entscheidend ist der Ausblick — und ob das Management überzeugend darlegen kann, dass die Nachfrage nach KI-Rechenkapazität in den kommenden Quartalen nicht abreißt.
Reißt sie nicht: Blackwell, die Architektur Vera Rubin und das Thema Sovereign AI stehen als mögliche Wachstumskatalysatoren bereit. Abreißt sie jedoch — oder deuten sich Verzögerungen an — dürfte die Gegenbewegung nach dem jahrelangen Anstieg schmerzhaft ausfallen.
Hinzu kommen strukturelle Risiken, die der Markt in der Euphorie gern verdrängt: die starke Abhängigkeit von wenigen Großkunden, der wachsende Druck durch kundenspezifische Chip-Designs (Custom ASICs) sowie anhaltende US-Exportbeschränkungen für den chinesischen Markt. Selbst Europa reagiert: Die EU plant mit dem Chips Act 2.0 ab dem 27. Mai eine gezielte Förderung eigener KI-Chip-Designer — ein längerfristiger Gegenwind, der sich erst in Jahren entfalten wird.
Bis morgen Abend bleibt das Urteil offen. Die Vorboten sind gemischt.
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