Am Donnerstag treffen sich Donald Trump und Xi Jinping in Washington. Für Nvidia steht dabei mehr auf dem Spiel als für die meisten anderen Tech-Konzerne am Verhandlungstisch. Kein Wunder, dass die Aktie am Montag zulegt und Anleger genau auf die Signale aus der Hauptstadt schauen.
China-Geschäft als Verhandlungspfand
Der Hintergrund: Nvidia darf seinen KI-Chip H200 nur mit Exportlizenz nach China verkaufen, begrenzt auf 75.000 Stück pro Käufer. Konzerne wie ByteDance und Tencent hatten bis Mitte August erst rund 10.000 Stück erhalten. Lockert Washington die Regeln im Zuge des Gipfels, öffnet sich für Nvidia wieder ein Markt, der zuletzt praktisch blockiert war.
Der aktuelle Handelsfrieden zwischen den USA und China läuft am 10. November aus. Verhandelt wird vor allem über die Laufzeit einer Verlängerung — Peking will Planungssicherheit bis zum Ende der Amtszeit Trumps, Washington nur für wenige Monate.
Beobachter aus Washingtoner Thinktanks rechnen mit einem Kompromiss bei etwa einem Jahr. Die Aktie reagierte am Montag mit Kursgewinnen von knapp einem Prozent auf die Hoffnung, dass KI und Handel beim Gipfel gemeinsam verhandelt werden.
Huang widerspricht Untergangsszenarien
Parallel zur politischen Bühne meldete sich Nvidia-Chef Jensen Huang in einem Interview zu Wort und wies Warnungen vor einer existenziellen Bedrohung durch Künstliche Intelligenz zurück. Er nannte solche Szenarien „nicht wissenschaftlich fundiert“ und plädierte dafür, bestehende Haftungsgesetze auf KI anzuwenden statt neue Regulierung zu schaffen.
Aus Sicht des Unternehmens ist die Aussage nicht neutral: Nvidia lebt von der ungebremsten Verbreitung seiner Chips, jede zusätzliche Regulierungshürde würde das Geschäft direkt treffen.
Fundamental steht der Konzern derzeit solide da. Im Quartal bis Ende Juli setzte Nvidia 96,2 Milliarden Dollar um, 106 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das laufende Quartal peilt das Unternehmen 108 Milliarden Dollar an.
Der Börsenwert liegt bei 5,37 Billionen Dollar, bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 auf Basis der Analystenschätzungen für die kommenden zwölf Monate — ein Wert, der angesichts des Wachstumstempos moderat wirkt.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie zuletzt zwischen der 50-Tage-Linie bei 214 Dollar und dem 52-Wochen-Hoch bei 237 Dollar. Die 200-Tage-Linie bei 198 Dollar markiert die nächste wichtige Unterstützung nach unten. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 25. November terminiert — kurz nach dem Auslaufen des aktuellen Handelsabkommens zwischen den USA und China.
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