Nach dem Kursrutsch vom Montag drehen Chipwerte am Dienstag wieder ins Plus. Nvidia legt zeitweise gut ein Prozent auf 213,12 Dollar zu, auch AMD, Micron und Intel erholen sich. Auslöser der Schwäche war ein Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei, der vor den Risiken einer unkontrollierten KI-Entwicklung warnte und ein langsameres Tempo forderte.
Die Sorge der Anleger: Bremst eine vorsichtigere Entwicklung auch die Nachfrage nach Rechenleistung? Ein Analyst von Lynx Equities Strategies widerspricht dieser Lesart. Seine Prüfung der Lieferkette habe keine Verlangsamung bei GPU-Auslieferungen ergeben — keine Stornierungen bei Speicherbauteilen, keine gestrichenen Aufträge bei Auftragsfertigern. Amodeis Text selbst fordere an keiner Stelle einen langsameren Hardware-Ausbau, so die Einordnung.
Zinsen und Geopolitik als eigentliche Bremse
Als tatsächliche Belastung für Halbleiterwerte nennt der Analyst zwei andere Faktoren: steigende Anleiherenditen und geopolitische Spannungen rund um Exportkontrollen und Taiwan. Die zehnjährige US-Anleihe kletterte am Dienstag auf 5 Prozent Rendite, befeuert von hohen Ölpreisen und Inflationssorgen. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch gilt als nächster wichtiger Termin für die Bewertung wachstumsstarker Technologietitel.
Politisch bekommt Nvidia derweil Rückendeckung aus dem Weißen Haus. Donald Trump bezeichnete Warnungen vor einer außer Kontrolle geratenen KI erneut als „Hoax“ und verglich sie mit der Debatte um den Klimawandel. Während Nvidia-Chef Jensen Huang auf einer Konferenz in Los Angeles sprach, rief Trump ihn demonstrativ an und ließ das Gespräch über Lautsprecher laufen — mit der Botschaft, die Roboter würden nicht die Weltherrschaft übernehmen.
Neue Geschäftsallianzen laufen weiter
Unabhängig von der politischen Debatte baut Nvidia sein Ökosystem aus. Salesforce hat gemeinsam mit Nvidia das CRM-Modell Koa auf Basis von Nemotron entwickelt und bindet zugleich Amazon und Google stärker ein.
Parallel vereinbarte die KI-Suchplattform Perplexity eine mehrjährige Infrastrukturpartnerschaft mit dem Cloud-Anbieter Crusoe, der künftig auf Nvidias GB300-NVL72-Cluster und InfiniBand-Technologie setzt. Auch kleinere Anbieter wie QumulusAI melden abgeschlossene Auslieferungen von Nvidia-B200-Kapazitäten im Rahmen mehrjähriger Kundenverträge.
Diese Serie an Deals zeigt: Die operative Nachfrage nach Nvidia-Hardware bleibt trotz der Sicherheitsdebatte ungebrochen. Für die Aktie dürfte in den kommenden Tagen weniger die Philosophie-Diskussion um KI-Risiken den Kurs bestimmen als die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch und deren Signalwirkung für bewertungssensible Technologiewerte.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 15. September liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
