Nvidia richtet den Blick neben zusätzlicher Hardware auf mögliche wiederkehrende Softwareerlöse. CEO Jensen Huang sprach am 22. Oktober bei der GTC Berlin über eine Lizenzierung der Agenten-Softwaresuite für etwa 2.000 $ je GPU und Jahr.
Medienberichten zufolge stellte er damit einen Preisansatz vor, der die Nutzung der Software an die eingesetzte Hardware koppeln würde. Für Anleger geht es dabei um eine zusätzliche Erlösmöglichkeit, nicht um bereits gemeldete Einnahmen.
Software als zusätzlicher Erlöshebel
Der genannte Lizenzpreis beschreibt einen möglichen jährlichen Zahlungsstrom. Er ist jedoch weder mit einem abgeschlossenen Kundenvertrag noch mit einem ausgewiesenen Softwareumsatz gleichzusetzen. Entscheidend für die wirtschaftliche Bedeutung wäre, in welchem Umfang Kunden ein solches Angebot tatsächlich nutzen.
Dazu passt die am 21. Oktober vorgestellte OpenShell Reference Architecture. Nach Unternehmensangaben dient sie dazu, KI-Agenten in Unternehmensinfrastrukturen und auf Edge-Systemen bereitzustellen und zu steuern. Nvidia bezeichnete die Architektur als unmittelbar verfügbar und nannte Partner aus den Bereichen Cloud, Software, Cybersicherheit und Systeme.
Beide Schritte betreffen den Einsatz von KI-Agenten, haben aber unterschiedliche Aussagekraft: Die Architektur ist ein verfügbares Angebot. Huangs Äußerung zur Lizenzierung beschreibt dagegen einen möglichen Monetarisierungsansatz. Aus der Verfügbarkeit allein lässt sich deshalb kein kommerzieller Erfolg ableiten.
Hohe Nachfrage trifft auf Produktionsgrenzen
Parallel bleibt die Lieferfähigkeit ein wichtiger Prüfstein. Reuters berichtete am 21. Oktober über Bestellungen von ByteDance, Alibaba und Tencent für mehr als 3 Millionen RTX-PRO-5500-Grafikkarten. Der gemeinsame Listenwert soll über 35 Milliarden $ liegen.
Dem Bericht zufolge konnte Nvidia die vollständige Erfüllung der Bestellungen nicht garantieren, weil die Nachfrage die geplante Produktion überstieg. Die gemeldeten Aufträge sind damit kein Beleg für bereits realisierte Umsätze. Für Anleger liegt der Unterschied zwischen großem Bestellinteresse und tatsächlich ausgelieferter Hardware im Zentrum der Bewertung.
Kapazitätspläne müssen Wirkung entfalten
Nvidia kündigte am 21. Oktober mit mehreren Zulieferern einen Ausbau der Fertigungskapazitäten an. Die Substratvereinbarungen sollen innerhalb von drei Jahren eine Steigerung auf das 2,5-Fache ermöglichen.
Der Ausbau adressiert damit eine andere Seite der Wachstumsfrage als die Softwarelizenzierung: Er soll die Voraussetzungen für zusätzliche Lieferungen schaffen. Angekündigte Kapazitäten sind allerdings noch keine verfügbare Produktion.
Für neue Testeinrichtungen in den USA sieht Nvidia zudem eine Vorauszahlung zur Kapazitätsreservierung von 1,1 Milliarden $ an KYEC vor. Die Anlegerfrage lautet deshalb nicht allein, wie stark die Nachfrage wächst. Ebenso wichtig ist, ob Nvidia sie bedienen und zusätzliche Softwareangebote in zahlende Nutzung überführen kann. Lizenzpreis, Bestellungen und Ausbaupläne markieren unterschiedliche Etappen dieses Weges.
Stand heute, 28. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
