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Symbolbild, KI-generiert

Nvidia Aktie: China-Markt schrumpft weiter

ByteDance setzt auf heimische GPU-Lieferanten, Nvidias China-Marktanteil sinkt. Die Aktie profitiert von geopolitischen Entwicklungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ByteDance verhandelt mit chinesischen Chip-Anbietern
  • Nvidias China-Marktanteil faktisch auf null
  • US-iranisches Abkommen treibt Halbleiteraktien
  • Gewinnprognosen für Nvidia stark gestiegen

ByteDance verhandelt mit einem neuen heimischen Chip-Lieferanten — und Nvidia spielt dabei keine Rolle mehr. Was das für den Konzern bedeutet, ist längst kein Geheimnis, bekommt aber gerade neue Kontur.

Systematische Verdrängung in Fernost

Der TikTok-Mutterkonzern führt Gespräche mit dem Shanghaier GPU-Startup Iluvatar CoreX über den Kauf von KI-Prozessoren für Inferenz-Anwendungen. Parallel prüft ByteDance den Einsatz von Kunlunxin-Chips von Baidu. Käme ein Deal zustande, wäre Iluvatar CoreX nach Huawei und Cambricon der dritte große heimische GPU-Lieferant von ByteDance — Nvidia taucht auf dieser Liste gar nicht mehr auf.

Hintergrund ist der strukturelle Rückzug, den US-Exportkontrollen erzwungen haben. Chinesische GPU- und KI-Chiphersteller kontrollierten 2025 bereits rund 41 Prozent des chinesischen KI-Beschleuniger-Servermarkts. Nvidias CEO Jensen Huang hat eingeräumt, dass der Marktanteil des Konzerns in China faktisch auf null gesunken ist. Der Verlust trifft eines der ehemals bedeutendsten Auslandsmärkte des Unternehmens.

Erholung trotzdem — aus anderem Grund

Am heutigen Handelstag dreht die Nvidia-Aktie ins Plus. Den Anstoß gibt nicht etwa eine eigene Nachricht, sondern ein US-iranisches Friedensabkommen, das die Straße von Hormus wieder öffnet. Fallende Ölpreise mindern den Inflationsdruck — Kapital fließt zurück in Wachstumswerte, davon profitiert der gesamte Halbleitersektor nach dem Sell-off Anfang Juni.

Der Einbruch damals hatte einen konkreten Auslöser: Broadcom hatte zwar starke Quartalszahlen geliefert, den KI-Chip-Umsatzausblick für das dritte Quartal jedoch mit 16 Milliarden Dollar unter den Analystenschätzungen von 17,2 Milliarden Dollar angesetzt. Der Sektor reagierte mit deutlichen Abgaben.

Hohe Messlatte, gesunkenes KGV

Das fundamentale Bild bei Nvidia hat sich in den vergangenen drei Jahren grundlegend verschoben. Die Gewinnschätzungen je Aktie für das Geschäftsjahr 2026/27 liegen heute bei 8,89 Dollar — fast neunmal so hoch wie die Prognosen aus dem Sommer 2023. Das Forward-KGV ist trotz einer Verfünffachung des Aktienkurses auf rund 20 gesunken. Eine klassische Bewertungsblase sieht anders aus, aber die Erwartungslatte hängt entsprechend hoch.

Den nächsten konkreten Prüfstein liefert Micron am 24. Juni mit seinen Quartalsergebnissen. Für den Gesamtsektor — und damit auch für Nvidia — gilt: Ein weiteres Rekordquartal würde die These stützen, dass der Juni-Einbruch eine vorübergehende Übertreibung war. Deutlich schlechtere Zahlen würden die Diskussion über Sektorbewertungen erneut anfachen.

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