Nvidia hat die Produktion seiner H200-KI-Chips für den chinesischen Markt eingestellt und verlagert die Fertigungskapazitäten vollständig auf die neue Vera-Rubin-Plattform. Die Entscheidung fiel trotz kürzlich erteilter US-Exportlizenzen – doch Peking blockiert weiterhin die Einfuhr. Während sich die technologische Kluft zwischen China und dem Westen vertieft, setzt Nvidia konsequent auf westliche Hyperscaler.
Regulatorisches Patt beendet H200-Produktion
Laut einem Bericht der Financial Times hat Nvidia den Auftragsfertiger TSMC angewiesen, die Produktionskapazitäten von H200-Chips auf die Fertigung der nächsten Chip-Generation Vera Rubin umzustellen. Obwohl Washington vor wenigen Wochen grünes Licht für begrenzte H200-Lieferungen nach China gegeben hatte, kam bislang kein einziger Dollar Umsatz zustande.
CFO Colette Kress stellte im jüngsten Earnings Call klar: „Obwohl die US-Regierung kleine Mengen H200 für chinesische Kunden genehmigt hat, haben wir noch keinen Umsatz erzielt – und wir wissen nicht, ob Importe nach China überhaupt zugelassen werden.“
Peking hatte die Einfuhr trotz US-Freigabe faktisch blockiert. Chinesische Behörden erwogen offenbar eine Regelung, die inländische Chip-Käufe zur Bedingung für H200-Importe machen sollte – ein Schutzmechanismus für lokale Halbleiterhersteller. Im Januar forderten chinesische Beamte einige Technologieunternehmen auf, H200-Bestellungen vorläufig zu pausieren.
Vera Rubin: Fünffache Leistung, keine China-Lizenz
Die im Januar auf der CES 2026 vorgestellte Vera-Rubin-Plattform läuft bereits in Vollproduktion bei TSMC im 3-Nanometer-Prozess. Sie liefert rund 50 Petaflops Inferenz-Leistung – fünfmal mehr als die Vorgängergeneration Blackwell.
Der H200 hingegen basiert auf dem älteren 4-Nanometer-Prozess und der Hopper-Architektur, zwei volle Generationen hinter dem aktuellen Standard. Er bleibt zwar der leistungsstärkste Chip, den Nvidia nach China verkaufen dürfte – doch Produktionskapazitäten für ein Produkt ohne bestätigte Umsätze zu blockieren, während eine deutlich wertvollere Plattform mit gesicherten Aufträgen hochfährt, war nicht länger vertretbar.
Vera Rubin ist unter den aktuellen Exportkontrollen nicht für chinesische Käufer verfügbar und übertrifft die Leistung der sonst in China erlaubten Chips um den Faktor 22. Mit jeder neuen Generation wächst der Abstand zwischen dem, was Chinas KI-Industrie nutzen kann, und dem, was der Rest der Welt einsetzt.
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Westliche Cloud-Riesen füllen die Lücke
Während China-Umsätze auf absehbare Zeit wegfallen, bleibt das Auftragsbuch westlicher Hyperscaler prall gefüllt. Microsoft rollt Vera-Rubin-NVL72-Rack-Systeme in seinen Rechenzentren der nächsten Generation aus. CoreWeave, AWS und Google Cloud haben Deployments für das zweite Halbjahr 2026 eingeplant. Die Investitionsausgaben der fünf größten Cloud-Anbieter nähern sich 2026 der 700-Milliarden-Dollar-Marke – und Nvidia sichert sich davon einen bedeutenden Anteil.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Nvidia einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar. Rechenzentrumserlöse aus China sind in dieser Prognose nicht enthalten.
Rekord-Geschäftsjahr als Fundament
Die Produktionsverlagerung erfolgt vor dem Hintergrund außergewöhnlicher Geschäftszahlen. Im vierten Quartal des am 25. Januar 2026 beendeten Geschäftsjahres erzielte Nvidia einen Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar – ein Plus von 73 Prozent im Jahresvergleich. Für das Gesamtjahr 2026 summierte sich der Umsatz auf 215,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 65 Prozent.
Das Rechenzentrumsgeschäft steuerte 193,7 Milliarden Dollar bei – verglichen mit 15 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2023. Die Bruttomargen lagen bei 71 Prozent, die operative Marge bei 60,6 Prozent. Unterm Strich verblieb ein Nettogewinn von 120,1 Milliarden Dollar. Nvidia kaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr eigene Aktien im Wert von 40,1 Milliarden Dollar zurück.
GTC 2026: Nächster Katalysator voraus
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Die Konferenz könnte frischen Schwung in die Aktie bringen, die seit Jahresbeginn rund 3,4 Prozent nachgegeben hat. Sorgen über die Nachhaltigkeit hoher KI-Investitionen und hohe Bewertungen haben den Appetit auf KI-Aktien gedämpft – trotz steigender Gewinne und anhaltend hoher Nachfrage. 38 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, einer rät zum Halten, einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 271,11 Dollar.
Am 1. April zahlt Nvidia eine Quartalsdividende von 0,01 Dollar je Aktie an alle Aktionäre, die am 11. März eingetragen sind.
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