Ein angebliches Milliardengeschäft mit SpaceX entpuppt sich als Falschmeldung. Trotzdem klettert die Nvidia-Aktie am Montag um 1,44 Prozent auf 180,02 Euro. Der Grund: Während Elon Musk ein Gerücht dementiert, liefert die Pharmabranche echte Fakten.
Musk dementiert GB300-Großauftrag
Elon Musk wies am 20. Juli 2026 Berichte zurück, wonach SpaceX bei Foxconn rund eine Million GB300-Chips im Wert von 52 Milliarden Dollar bestellt haben soll. Musk nannte die Meldungen schlicht „Fake News“.
Das Dementi ändert nichts an der eigentlichen Marktdynamik. Die GB300-Serie, Nachfolger der GB200-NVL-Chips, steht im Zentrum des Interesses von Hyperscalern und KI-Firmen. Einen Beleg dafür liefert der Cloud-Anbieter QumulusAI: Das Unternehmen bestätigte am selben Tag den Kauf von 1.632 Nvidia-Blackwell-B300-Chips, um steigende Kundennachfrage zu bedienen.
Bristol Myers Squibb setzt auf Vera-Rubin-Architektur
Konkreter fällt die Nachricht von Bristol Myers Squibb aus. Der Pharmakonzern erweitert seine mehrjährige Kooperation mit Nvidia und baut eine der leistungsfähigsten KI-Fabriken der Life-Sciences-Branche. Dafür setzt BMS auf die neuen DGX-Vera-Rubin-NVL72-Systeme.
Die Vera-Rubin-Architektur soll gegenüber den bisherigen Blackwell-Systemen bis zu zehnmal mehr Leistung pro Megawatt liefern. BMS will diese Rechenkraft nutzen, um Forschung in Onkologie, Herz-Kreislauf-Medizin und Immunologie zu beschleunigen. Nach eigenen Angaben steuert der sogenannte „Predict First“-Ansatz inzwischen fast alle kleinmolekularen Wirkstoffprogramme des Konzerns – KI-Agenten identifizieren und prüfen dabei Zielstrukturen, bevor die Laborarbeit überhaupt beginnt.
Nvidia baut Software-Ökosystem aus
Auf der SIGGRAPH-Konferenz erweiterte Nvidia parallel sein Software-Angebot. Der Konzern integriert seine Omniverse-Bibliotheken in das hauseigene Agent Toolkit. Ziel ist es, KI-Agenten mit Werkzeugen für sogenannte „Physical AI“ auszustatten – autonome Systeme sollen so in simulierten 3D-Umgebungen trainieren und testen können.
Partner wie SideFX und PTC integrieren die Bibliotheken bereits, um CAD-Prozesse und Produktdatenmanagement zu vereinfachen. Die Softwarestrategie ergänzt damit das Hardware-Geschäft um KI-Chips – beide Bereiche laufen bei Nvidia zunehmend zusammen.
Kurs unter Rekordhoch, aber im Aufwärtstrend
Trotz der positiven Nachrichtenlage notiert die Aktie noch 11,10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Der langfristige Trend bleibt jedoch intakt: Der Kurs liegt 8,69 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 165,63 Euro.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest. Am 26. August 2026 legt Nvidia die Quartalszahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 vor. Investoren dürften dabei besonders auf Produktionsfortschritte bei der Vera-Rubin-Plattform achten – und auf mögliche weitere Lockerungen der Exportbeschränkungen für High-End-KI-Chips in Regionen wie die Vereinigten Arabischen Emirate.
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