Nvidia wächst so schnell wie kaum ein anderes Unternehmen seiner Größe — und wird trotzdem nicht mehr mit einem Aufschlag gehandelt. Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf das Niveau des breiten S&P 500 gefallen. Ein Widerspruch, der Anleger beschäftigt.
Wenn Bewertung und Wachstum auseinanderfallen
Laut einer Notiz des Goldman-Sachs-Handelsdesks liegt Nvidias Forward-KGV aktuell bei rund 19,7 — knapp unter dem S&P-500-Durchschnitt von etwa 20,3. Das ist bemerkenswert, weil das Unternehmen laut derselben Quelle allein 21 Prozent des gesamten Gewinnwachstums im S&P 500 für 2026 beisteuert. Der Konsens der Analysten erwartet für das laufende Jahr ein Gewinnwachstum von rund 42,5 Prozent.
Die Fundamentaldaten rechtfertigen die Skepsis jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Jahresumsatz kletterte auf 215,9 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 65 Prozent entspricht. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt das Unternehmen 78 Milliarden Dollar an.
Warum der Markt zögert
Der Gegenwind kommt weniger von Nvidia selbst als vom Umfeld. Investoren sind zunehmend skeptisch, ob die gigantischen Investitionen der großen Cloud-Konzerne in KI-Infrastruktur nachhaltig sind. Die sogenannten „Magnificent Seven“ planen in diesem Jahr zusammen rund 700 Milliarden Dollar an Kapitalausgaben — größtenteils für Rechenzentren. Die Sorge: Irgendwann normalisieren sich diese Budgets, und die Nachfrage nach Nvidias Hardware könnte sich abschwächen.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund zwölf Prozent verloren, obwohl Quartalszahlen und Ausblick die Erwartungen der Wall Street übertrafen. Das Umsatzwachstum von 16,7 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2021 auf knapp 216 Milliarden im vergangenen Jahr — eine Versechzehnfachung in fünf Jahren — findet im aktuellen Kurs kaum noch Widerhall.
Software als zweite Säule
Nvidia baut parallel zur Hardware eine Software-Infrastruktur auf. Mit Dynamo 1.0 hat das Unternehmen eine Open-Source-Lösung für KI-Inferenz veröffentlicht, die laut eigenen Angaben die Leistung auf Blackwell-GPUs um bis zu das Siebenfache steigert. AWS, Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle Cloud Infrastructure setzen die Software bereits produktiv ein, ebenso Unternehmen wie PayPal, Pinterest und Perplexity.
Auf der Hardwareseite läuft die Vera-Rubin-Architektur in der Serienproduktion. AWS, Google Cloud und Microsoft sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 die ersten Rubin-basierten Instanzen anbieten.
Dividende und Aktienrückkäufe
Heute erhalten Aktionäre die vierteljährliche Dividende von 0,01 Dollar je Aktie. Die Ausschüttung ist symbolisch — der eigentliche Rückfluss an Anleger erfolgt über Rückkäufe. Im Geschäftsjahr 2026 flossen insgesamt 41,1 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück. Für weitere Rückkäufe stehen noch 58,5 Milliarden Dollar bereit.
Die zentrale Frage für den weiteren Kursverlauf ist, ob die Nachfrage nach Nvidias Chips über den aktuellen Hyperscaler-Boom hinaus trägt — oder ob der Markt mit seiner Zurückhaltung bereits auf eine strukturelle Verlangsamung setzt. Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 werden erste Antworten liefern.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 1. April liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
