Nvidia setzt den nächsten Akzent im Wettlauf um KI-Infrastruktur. Der Chipkonzern stärkt seinen Cloud-Partner CoreWeave mit frischem Kapital in Milliardenhöhe und bindet ihn eng an die eigene Technologie-Roadmap. Im Kern geht es um nichts weniger als den Aufbau der Rechenzentren, die künftige KI-Modelle überhaupt erst möglich machen sollen.
2 Milliarden für KI-Fabriken
Am Dienstag hat Nvidia eine Eigenkapitalinvestition von 2 Milliarden US‑Dollar in CoreWeave bestätigt. Die Mittel fließen über den Kauf von CoreWeave-Aktien zu 87,20 US‑Dollar je Stück. Damit ist klar: Die Partnerschaft bleibt nicht auf Lieferverträge beschränkt, sondern wird finanziell vertieft.
Der Plan dahinter ist konkret: Nvidia und CoreWeave wollen den Aufbau sogenannter „AI Factories“ beschleunigen – Rechenzentren mit einer angepeilten Gesamtleistung von mehr als 5 Gigawatt bis 2030. Solche Anlagen sollen hochspezialisierte KI-Workloads stemmen, etwa für große Sprachmodelle oder generative Anwendungen.
Für Nvidia ist CoreWeave dabei ein strategischer Ankerkunde. Der Cloud-Anbieter verpflichtet sich, frühzeitig die nächste Nvidia-Generation zu übernehmen: die „Rubin“-Plattform, deren Marktstart für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen ist. Zusätzlich sollen Vera-CPUs und BlueField‑4‑Netzwerkprozessoren eingesetzt werden. Damit sichert sich Nvidia Abnahme für kommende Produktzyklen und verschafft sich Planungssicherheit im Datacenter-Geschäft.
Antwort auf Kritik an „Kreislauffinanzierung“
Der Deal erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kritik an Nvidias engen Beziehungen zu aggressiv wachsenden KI-Start-ups. Im Raum steht der Vorwurf einer „circular financing“: Nvidia investiert in Kunden, die das frische Geld wiederum nutzen, um Nvidia-Chips zu kaufen.
CEO Jensen Huang wies diese Kritik am Dienstag zurück und bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Stattdessen steht für ihn der reale Ausbau der Infrastruktur im Vordergrund, die für immer größere KI-Modelle benötigt wird. Der Markt folgt dieser Lesart vorerst: Die Aktie notiert in der Nähe ihres jüngsten 52‑Wochen‑Hochs, aktuell bei 187,07 US‑Dollar, was nach zwölf Monaten einem Plus von rund 65 % entspricht.
Analysten sehen in der Investition einen wichtigen Hebel für schnelles Wachstum. CoreWeave stellt Rechenkapazität bereit, die insbesondere für Hyperscaler und Entwickler interessant ist, die nicht selbst kostspielige eigene Rechenzentren aufbauen wollen. Die Partnerschaft ermöglicht es, flexibel und kurzfristig auf wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung zu reagieren.
Umfeld, Bewertungen und Ausblick
Das Marktumfeld ist angespannt, aber grundsätzlich optimistisch: In dieser Woche startet die Berichtssaison der großen Tech-Konzerne. Besonders im Fokus steht, ob Großkunden wie Microsoft und Meta ihre hohen Investitionen in KI-Infrastruktur fortsetzen. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich Nvidia mit dem CoreWeave-Deal.
Die Analystenstimmung bleibt klar positiv. Bank of America hat ihr Kursziel für Nvidia jüngst auf 275 US‑Dollar angehoben und verweist explizit auf den anhaltenden Ausbau der Datacenter-Kapazitäten. Die Deutsche Bank reagierte auf die neuen Pläne mit einer Hochstufung von CoreWeave auf „Buy“. Beide Einschätzungen unterstreichen, dass die enge Verzahnung von Chipanbieter und Cloud-Plattform als gegenseitig stützendes Geschäftsmodell gesehen wird.
Für die nächsten Wochen ist der Blick nun zweigeteilt: Kurzfristig rückt der bevorstehende Zahlenbericht Ende Februar 2026 in den Mittelpunkt, bei dem Nvidia konkrete Hinweise zur Nachfrage nach aktuellen KI-Chips liefern dürfte. Mittelfristig wird entscheidend sein, ob der Ausbau der geplanten „AI Factories“ im Zeitplan bleibt und die nächste Hardware-Generation rund um die Rubin-Plattform wie geplant bei Kunden wie CoreWeave skaliert – davon hängt wesentlich ab, ob Nvidia seine starke Position im KI-Zyklus festigen kann.
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