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Nvidia Aktie: Architektur einer Billion

Nvidia peilt mit seinen Blackwell- und Vera-Rubin-Systemen ein Auftragsvolumen von einer Billion Dollar an. Das Unternehmen meldet Rekordumsätze und kündigt neue Chip-Generationen bis 2028 an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragsvolumen für KI-Systeme verdoppelt sich
  • Rekordumsatz im letzten Quartal erzielt
  • Neue Vera-Rubin-Plattform vorgestellt
  • Analysten erhöhen Kursziel nach Konferenz

Jensen Huang hat auf der GTC 2026 nicht einfach neue Chips vorgestellt. Er hat die Koordinaten für Nvidias Ambitionen bis 2028 neu gesetzt — und die Zahlen dahinter sind kaum zu fassen.

Eine Billion Dollar Auftragsvolumen

Der zentrale Datenpunkt der Konferenz: Das kombinierte Auftragsvolumen für Blackwell- und Vera-Rubin-Systeme peilt bis 2027 eine Billion US-Dollar an. Vor einem Jahr lag dieselbe Projektion noch bei 500 Milliarden. Huang begründete das mit einer Verzehnfachung der Nachfrage durch KI-native Startups, in die allein 150 Milliarden Dollar Risikokapital geflossen sind.

Die Geschäftszahlen stützen diese Einschätzung. Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 75 Prozent auf 62,3 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 prognostiziert das Unternehmen 78 Milliarden Dollar Umsatz.

Vera Rubin und der Blick bis 2028

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Vera-Rubin-Plattform. Das NVL72-System — ein einzelner flüssiggekühlter Rack mit 72 GPUs und 1,3 Millionen Einzelkomponenten — soll 700 Millionen Tokens pro Sekunde liefern und zehnmal effizienter sein als sein Vorgänger GB200. Volumenlieferungen sind für die zweite Jahreshälfte 2026 bestätigt.

AWS hat angekündigt, ab 2026 mehr als eine Million Nvidia-GPUs in seinen Rechenzentren zu betreiben. Azure war der erste Hyperscaler, der Vera-Rubin-NVL72-Systeme in Betrieb genommen hat.

Huang gab zudem ungewöhnlich konkrete Einblicke in die nächsten Generationen: Die Kyber-Architektur mit 144 GPUs kommt 2027, die Feynman-Generation 2028 — gefertigt auf TSMCs 1,6-nm-Knoten A16 und erstmals mit gestapelten GPU-Dies.

Software als Burggraben

Neben der Hardware präsentierte Nvidia mit Dynamo 1.0 eine Inferenz-Software, die Blackwell-GPUs bis zu siebenmal schneller machen soll. Das System verteilt Workloads intelligent über GPU-, ASIC- und CPU-Cluster — eine Fähigkeit, die Nvidias Position gegenüber eigenen Chip-Projekten von Amazon, Google und AMD stärkt.

Rosenblatt Securities hob das Kursziel nach der Konferenz von 300 auf 325 Dollar an und erwartet aus den Blackwell- und Rubin-Produktlinien bis 2027 kombiniert über eine Billion Dollar Umsatz. Der Wall-Street-Konsens sieht für das Fiskaljahr 2027 einen Gesamtumsatz von 367,7 Milliarden Dollar — was einem Wachstum von rund 70 Prozent entspräche.

Die Aktie notiert aktuell rund 16 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 179,62 Euro — trotz einer Jahresperformance von knapp 38 Prozent über zwölf Monate. Ob die Billionen-Pipeline in entsprechendes Gewinnwachstum mündet, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.