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Nvidia Aktie: AMD-Zahlen am 4. August als Katalysator

Nvidia-Aktie stabil über 100-Tage-Linie, AMD-Zahlen am Dienstag könnten Rally auslösen. Analysten sehen Kurspotenzial von über 60 Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie schließt über 100-Tage-Linie
  • AMD-Zahlen als wichtiger Branchenindikator
  • Blackwell-Rampe treibt GPU-Auslieferungen
  • Kursziel-Konsens bei 281 Euro

Nvidia hat eine turbulente Woche hinter sich, aber mein Blick auf die Charttechnik sagt: Die Konsolidierung ist eher Kaufgelegenheit als Warnsignal. Die Aktie schloss am Freitag bei 174,36 Euro, ein Tagesplus von 2,98 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 4,21 Prozent zu Buche. Für mich überwiegen trotzdem die Argumente für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, sobald der nächste Katalysator kommt.

Der 100-Tage-Durchschnitt hält

Nvidia notiert derzeit 13,90 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Das klingt erstmal nach Schwäche. Entscheidend ist für mich aber etwas anderes: Der Freitagsschluss lag knapp über dem 100-Tage-Durchschnitt von 173,89 Euro und komfortable 4,80 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 166,37 Euro.

Der RSI von 47,2 zeigt weder überkauftes noch überverkauftes Terrain. Es gibt schlicht Luft nach oben. Der Sprung um 2,98 Prozent am Freitag liest sich für mich wie ein Signal: Institutionelle Anleger verteidigen den 100-Tage-Durchschnitt aktiv. Die 13,90 Prozent Abstand vom Jahreshoch wirken damit weniger wie ein Warnsignal, sondern wie ein notwendiger Reset vor der nächsten Phase des KI-Infrastruktur-Zyklus.

Warum Dienstag der wichtigste Tag der Woche wird

Der entscheidende Termin dieser Woche kommt nicht von Nvidia selbst. Am Dienstag, den 4. August 2026, legt AMD seine Quartalszahlen vor. Historisch gilt das Datacenter-Geschäft von AMD als verlässlicher Gradmesser für die gesamte Halbleiterbranche.

Bestätigt AMD, dass Hyperscaler weiterhin unersättlich KI-Beschleuniger kaufen, dürfte das die aktuelle Bewertung von Nvidia untermauern. Die Wall Street hat ihre Erwartungen zuletzt jedenfalls nach oben geschraubt: Das Kursziel im Konsens liegt inzwischen bei rund 281 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von über 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Manche Marktteilnehmer sorgen sich um „zirkuläre Finanzierungen“ zwischen großen KI-Startups und ihren Chip-Lieferanten. Diese Sorge halte ich für berechtigt, aber nicht für ausreichend, um das aktuelle Bild zu kippen. Die Marktkapitalisierung von rund 4.095 Milliarden Euro spiegelt vor allem eines wider: Nvidia hat sich zur Infrastruktur-Ebene der Weltwirtschaft entwickelt.

Blackwell liefert, Vera Rubin steht bereit

Die Erzählung um Nvidias Blackwell-Architektur hat sich gewandelt. Aus anfänglichen Produktionssorgen ist eine massive Volumen-Rampe geworden. Blackwell soll inzwischen über 70 Prozent der High-End-GPU-Auslieferungen des Konzerns treiben.

Die nächste Architektur namens „Vera Rubin“ ist bereits in Vorbereitung. Erste Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2026 geplant. CEO Jensen Huang hat zuletzt die Größenordnung der Chance unterstrichen: Bis 2027 sieht er einen Weg zu kumulierten Chip-Verkäufen von einer Billion Dollar.

Diese Zuversicht stützt sich auf handfeste Zahlen. Im zuletzt berichteten Quartal erzielte das Datacenter-Geschäft einen Rekordumsatz von 75,2 Milliarden Dollar. Für die kommende Woche wird entscheidend sein, ob die gesamte Branche ihr Momentum durch die Zahlen der Konkurrenz hindurch behält – bevor Nvidia selbst am 26. August berichtet.

Mein Fazit: Vorsichtiger Optimismus überwiegt

Hält Nvidia die Marke von 174 Euro zu Wochenbeginn, ist der Weg frei für eine Erholung Richtung 50-Tage-Durchschnitt bei 178,99 Euro. Das größte Risiko bleibt eine Enttäuschung bei den Konkurrenzzahlen am Dienstag. In diesem Fall könnte der Titel den 200-Tage-Durchschnitt bei 166,37 Euro erneut testen.

Mit Blick auf das Zwölf-Monats-Plus von 11,77 Prozent und den deutlichen Abstand zum Analystenkonsens von 281 Euro überwiegen für mich dennoch die Argumente für eine bullische Fortsetzung. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von aktuell minus 2,59 Prozent markiert die erste Hürde, die genommen werden muss – noch vor dem eigenen Quartalsbericht Ende August.

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Diskussion zu Nvidia

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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