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Nvidia Aktie: 96,2 Milliarden Umsatz

Nvidia übertrifft im zweiten Geschäftsjahresquartal die Erwartungen, während Gespräche über Hugging Face bislang ohne bestätigten Abschluss bleiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt im zweiten Quartal
  • Rechenzentren treiben Nvidia-Wachstum
  • Hugging-Face-Kauf bleibt unbestätigt
  • Analysten erhöhen ihre Kursziele

Ein Quartal, das die eigenen Rekorde bricht, und ein Übernahmegerücht, das die Fantasie beflügelt – Nvidia liefert dieser Tage reichlich Gesprächsstoff. Für mich zeigt sich darin ein Muster, das Anleger nüchtern trennen sollten: gesicherte operative Stärke auf der einen Seite, spekulative Zusatzfantasie auf der anderen. Wer beides vermischt, überschätzt die Visibilität dieser Aktie.

Das operative Fundament stimmt

Die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 sind eindeutig: 96,2 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rechenzentrumsbereich allein steuerte 89 Milliarden Dollar bei, ein Zuwachs von 117 Prozent, und macht damit gut 92 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Der Gewinn je Aktie lag mit 2,22 Dollar deutlich über dem Konsens von 2,09 Dollar. Für das dritte Quartal stellt Nvidia rund 108 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, ohne China-Geschäft eingerechnet – ein Ausblick, der über den Erwartungen der Analysten liegt.

Bemerkenswert finde ich die Aussage von Finanzchefin Colette Kress, die für das kommende Geschäftsjahr ein Wachstum von rund 70 Prozent avisiert, während der Analystenkonsens bislang bei etwa 45 Prozent lag. Das ist eine selbstbewusste Ansage – und sie passt zu Berichten, wonach Amazon seine geplante Zahl an Nvidia-GPUs in eigenen Rechenzentren von einer auf zwei Millionen verdoppelt.

Auch die Investition von 3,5 Milliarden Dollar in Wandelanleihen von MediaTek, verbunden mit einer Technologiepartnerschaft rund um NVLink Fusion, unterstreicht: Nvidia baut sein Ökosystem systematisch aus, nicht nur über eigene Chips.

Dass die Bruttomarge im laufenden Jahr von 75 Prozent im zweiten Quartal auf ein prognostiziertes Niveau von 71 bis 72 Prozent im vierten Quartal sinken soll, ist die Kehrseite dieses Wachstumstempos. Höhere Speicherkosten belasten – ein Punkt, den Anleger nicht ignorieren sollten, auch wenn er die Wachstumsstory nicht infrage stellt.

Die Hugging-Face-Frage: Vorsicht vor verfrühter Bewertung

Nun zur zweiten Ebene, die derzeit die Schlagzeilen dominiert: einem möglichen Kauf von Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar. Die Plattform mit mehr als 13 Millionen Entwicklern und Millionen offen zugänglicher KI-Modelle gilt als eine Art zentrale Anlaufstelle für Open-Source-KI, vergleichbar mit GitHub für Software-Entwickler.

Ein Zugriff darauf wäre für Nvidia strategisch nachvollziehbar – DA Davidson deutete den Schritt bereits als defensive Maßnahme zur Absicherung des Open-Source-Ökosystems.

Doch hier ist Präzision gefragt: Es handelt sich bislang um Verhandlungen, keinen abgeschlossenen Deal. Unterschiedliche Berichte datieren den Stand der Gespräche unterschiedlich, eine offizielle Bestätigung beider Unternehmen liegt nicht vor. Ein früheres Angebot Nvidias soll Ende 2025 sogar abgelehnt worden sein.

Für mich bedeutet das: Wer diese Übernahme bereits in seine Bewertung einpreist, handelt verfrüht. Verhandlungen können scheitern, Bedingungen sich ändern, Zeitpläne verschieben. Die eigentliche Kernnachricht bleibt das Quartalsergebnis – die Hugging-Face-Gespräche sind Zusatzfantasie, kein bestätigter Fakt.

Kurs bewegt sich im Rahmen der fundamentalen Stärke

Der Kurs spiegelt diese Gemengelage. Mit einem Schlusskurs von 190,04 Euro notiert die Aktie rund 6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst im Mai erreicht wurde. Zugleich liegt sie gut 13 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend intakt ist, auch wenn kurzfristig Gewinnmitnahmen und Unsicherheit rund um die Marge sowie unbestätigte Übernahmepläne für Schwankungen sorgen.

Die Analystengemeinde bleibt mehrheitlich zuversichtlich: Phillip Securities hob das Kursziel jüngst auf 300 Dollar an, der Konsens liegt bei rund 323 Dollar, einzelne Häuser wie Raymond James sehen deutlich höhere Marken. Solche Zielspannen zeigen Vertrauen in das operative Geschäft – sie sollten aber nicht mit Gewissheit über strategische Zukäufe verwechselt werden.

Mein Fazit

Nvidia liefert operativ, was der Markt verlangt – und übertrifft es sogar. Diese Stärke steht auf soliden, geprüften Zahlen. Die Hugging-Face-Spekulation dagegen gehört in die Kategorie „möglich, aber nicht gesichert“.

Für die fundamentale Einschätzung der Aktie zählt für mich vor allem das Erste. Wer Nvidia bewertet, sollte die reale operative Dynamik von der ungewissen Übernahmefantasie sauber trennen – alles andere überschätzt die Visibilität, die der Markt derzeit tatsächlich hat.

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Diskussion zu Nvidia

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.