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Nvidia Aktie: 91 Milliarden Dollar Umsatz erwartet

Nvidia erwartet für Q2 2026/27 rund 91 Mrd. Dollar Umsatz und treibt parallel Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur voran.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzprognose von 91 Milliarden Dollar
  • Vera-Rubin-Auslieferung in zweiter Jahreshälfte
  • 500-Milliarden-Deal mit SK Group
  • Insider-Verkäufe im Wert von 767 Millionen

Am Mittwoch um 17 Uhr Ostküstenzeit meldet sich Nvidia mit Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Für einen Konzern, der binnen zwölf Monaten zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen ist, klingt das nach Routine. Ist es aber nicht.

Die eigene Prognose liegt bei rund 91 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer Schwankungsbreite von zwei Prozent nach oben oder unten. Das wäre ein Plus von 95 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – eine Zahl, die zeigt, wie sehr der gesamte KI-Bau-Boom mittlerweile an einem einzigen Unternehmen hängt.

Im ersten Quartal hatte Nvidia bereits 81,6 Milliarden Dollar umgesetzt, ein Plus von 85 Prozent, getragen vom Rechenzentrumsgeschäft mit 75,2 Milliarden Dollar. Wer solche Wachstumsraten Quartal für Quartal abliefern muss, steht permanent unter Beobachtung.

Genau das macht die Kolumne diese Woche zur Pflichtlektüre für jeden, der die Aktie hält oder beobachtet: Nicht ob Nvidia wächst, sondern ob das Tempo hält, entscheidet über die Erzählung der kommenden Monate.

Vera Rubin soll das nächste Kapitel schreiben

Während der Markt auf die Zahlen wartet, bereitet Nvidia bereits die nächste Produktgeneration vor. Die Vera-Rubin-Systeme, bestehend aus Rubin-GPU, Vera-CPU und überarbeiteter Netzwerktechnik, sollen in der zweiten Jahreshälfte kommerziell ausgeliefert werden.

Nvidia selbst wirbt mit einer Reduktion der benötigten GPU-Anzahl beim Training um 75 Prozent gegenüber der aktuellen Blackwell-Plattform und einer Senkung der Inferenzkosten pro Token um 90 Prozent.

Sollten sich diese Werte in der Praxis bestätigen, würde das die Kostenkurve der gesamten Branche verschieben – und genau das ist der Punkt, an dem sich zeigt, warum Nvidia mehr ist als ein Chiphersteller. Es ist mittlerweile Infrastrukturarchitekt für die gesamte KI-Wirtschaft.

Diese Rolle zeigt sich auch in der Partnerschaft mit der SK Group, die vor gut drei Wochen verkündet wurde: ein Deal über mehr als 500 Milliarden Dollar, in dessen Rahmen SK Telecom eine Zwei-Gigawatt-Fabrik mit Vera-Rubin-Technik bauen soll.

Parallel entsteht mit SK hynix eine langfristige Partnerschaft für die gemeinsame Entwicklung von HBM-Speicher. Nvidia investierte zudem einen Betrag von 5 Milliarden Dollar in Safe Superintelligence, verbunden mit Zugang zur Vera-Rubin-Plattform – seither hat die Aktie um 12,8 Prozent zugelegt.

Wenn der Chiphersteller zum Finanzier wird

Bemerkenswert ist, wie tief Nvidia inzwischen ins Finanzierungsgeschäft der eigenen Kunden vordringt. Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass der Konzern gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR Finanzierungsplattformen aufbaut, die mehr als 500 Milliarden Dollar an Drittkapital für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren sollen.

Im selben Zug garantiert Nvidia mit eigenem Kapital, dass als Sicherheit hinterlegte Chips ihren Wert behalten – notfalls deckt der Konzern bis zu 25 Prozent der Differenz ab, sollten die GPUs bei einer Liquidation weniger wert sein als erwartet.

Ein Chiphersteller, der zum Bürgen für die eigene Lieferkette wird: Das ist ein neues Kapitel in der Geschichte der Branche, und es unterstreicht, wie sehr der gesamte KI-Ausbau inzwischen auf dem Vertrauen in ein einziges Unternehmen ruht.

Nicht jeder im eigenen Haus scheint diese Euphorie ungebremst zu teilen. In den vergangenen 90 Tagen verkauften Insider Aktien im Gesamtwert von rund 767 Millionen Dollar, darunter größere Positionen von Direktor Mark A. Stevens. Verkäufe dieser Größenordnung sind bei einem Unternehmen dieser Marktkapitalisierung keine Seltenheit, doch sie liefern einen nüchternen Kontrapunkt zur Wachstumsstory.

An der Börse notiert das Papier vorbörslich bei 195,04 Euro, knapp vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Anfang Mai. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 8,3 Prozent – ein Zeichen, dass der jüngste Aufwärtstrend intakt bleibt, auch wenn die Luft nach oben dünner wird. Die eigentliche Antwort auf die Frage, ob dieser Trend trägt, liefert erst der Mittwoch.

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Diskussion zu Nvidia

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.