Startseite » Aktien » Nvidia Aktie: 91 Milliarden Dollar Q2-Guidance

Nvidia Aktie: 91 Milliarden Dollar Q2-Guidance

Nvidia-CEO Huang sichert in Taipeh Produktionskapazitäten für die nächste GPU-Generation Vera Rubin. Der Quartalsumsatz stieg um 85 Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Huang verhandelt über Vera-Rubin-Produktion
  • Umsatzsprung um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden
  • CoWoS-Packaging als kritischer Engpass
  • Warnung vor steigenden Speicherpreisen

Jensen Huang ist in Taipeh. Nicht für Fotos, sondern für Verträge — genauer: für die Sicherung von Produktionskapazitäten für Vera Rubin, Nvidias nächste GPU-Generation. Das Treffen mit TSMC und SK Hynix am Rande von Computex 2026 ist der logische nächste Schritt nach einem Quartalsbericht, der die Erwartungen erneut übertroffen hat.

Das Dreieck, das die KI-Lieferkette kontrolliert

Nvidia entwirft die Chips, TSMC fertigt sie, SK Hynix liefert den Hochbandbreitenspeicher. Diese drei Unternehmen bilden das Rückgrat der globalen KI-Infrastruktur — und Huang will sicherstellen, dass alle drei im Gleichschritt skalieren. SK Group Chairman Chey Tae-Won und SK Hynix Präsident Kwak Noh-Jung werden beide bei GTC Taipeh erwartet, das am 1. Juni beginnt.

Der kritische Engpass ist dabei nicht die Chipfertigung selbst, sondern die Packaging-Technologie. TSMCs CoWoS-Verfahren verbindet GPU-Chips mit Hochbandbreitenspeicher zu einem einheitlichen Paket — ohne diese Integration ist selbst ein perfekt gefertigter 3-Nanometer-Wafer kein funktionsfähiger KI-Beschleuniger. Huang will diese Kapazität frühzeitig sichern.

Das Vera Rubin NVL72-System zeigt, warum das so dringend ist. Es verbindet 36 Vera-CPUs mit 72 Rubin-GPUs über NVLink der sechsten Generation und liefert laut Nvidia bis zu zehnmal höhere Inferenzleistung pro Watt bei gleichzeitig zehnmal niedrigeren Kosten pro Token. Huang nannte den Launch „wahrscheinlich die größte Produkteinführung in der Geschichte Taiwans“.

Zahlen, die kaum Raum für Zweifel lassen

Nvidias Quartalsbericht lieferte den Kontext für Huangs selbstbewusstes Auftreten. Der Umsatz im ersten Fiskalquartal kletterte um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar — deutlich über der eigenen Guidance von 78 Milliarden. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen 91 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 95 Prozent entspricht und den Konsensschätzungen von 87,2 Milliarden Dollar weit vorausläuft.

Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar. Besonders auffällig: Die Gewinnmargen sprangen von 43 auf 72 Prozent — ein Beleg für Nvidias Preissetzungsmacht in einem Markt mit strukturell knappem Angebot.

Parallel dazu hat Nvidia seine CPU-Ambitionen konkretisiert. Die ersten Vera-CPUs wurden persönlich von Vizepräsident Ian Buck an Anthropic, OpenAI und SpaceXAI ausgeliefert, kurz darauf folgte Oracle Cloud Infrastructure. OCI plant den Einsatz von Hunderttausenden Vera-CPUs ab 2026 — als erster Hyperscaler überhaupt. Huang beschreibt den globalen CPU-Markt als 200-Milliarden-Dollar-Chance, die Nvidia bislang nicht adressiert hatte.

Speicherpreise als Risikofaktor

Nicht jedes Signal aus Taipeh war positiv. Huang warnte am Flughafen vor steigenden Speicherpreisen und bezeichnete diese als „eine sehr wichtige Form der Inflation“, die Konsumentenelektronik spürbar verteuern könnte. Er rief Speicherhersteller zur Kapazitätserweiterung auf.

SK Hynix arbeitet an einer Antwort: Die neue Technologie „iHBM“ integriert Kühlelemente direkt ins Speicherpaket, um Leistungseinbußen durch Hitzeentwicklung zu begrenzen. Der Start ist mit der achten HBM-Generation geplant — primär für Nvidias nächste GPU-Plattform.

Die Aktie notiert nach dem Allzeithoch von 201,05 Euro Mitte Mai rund neun Prozent darunter, liegt aber noch deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von knapp 40 signalisiert eine technische Abkühlung nach dem starken Lauf. Der Keynote-Auftritt Huangs am 1. Juni im Taipei Music Center dürfte der nächste konkrete Kurstreiber werden — oder eben nicht.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 28. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia

Nvidia Chart