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Nvidia Aktie: 81,6 Milliarden Dollar im Rekordquartal

Nvidia meldet Rekordumsatz, kündigt Aktienrückkäufe an, doch der Kurs fällt. Eigene KI-Chips großer Kunden bedrohen das Wachstum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzsprung auf 81,6 Milliarden Dollar
  • Eigene KI-Chips der Hyperscaler als Risiko
  • 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe
  • Kursverlust trotz operativer Rekorde

Rekordquartal, Milliarden-Rückkauf, Dividendenerhöhung — und trotzdem verliert die Aktie innerhalb einer Woche fast acht Prozent. Bei Nvidia klaffen operative Stärke und Kursentwicklung gerade auffällig auseinander.

Zahlen ohne Makel, Risiko mit Gewicht

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 — dem Zeitraum bis Ende April 2026 — erzielte Nvidia einen Gesamtumsatz von 81,6 Milliarden Dollar, 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Datencenter-Segment allein steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 92 Prozent. Stärkere Zahlen hat das Unternehmen noch nie gemeldet.

Das Problem sitzt direkt in diesen Zahlen. Rund die Hälfte der Datencenter-Erlöse stammt von Hyperscalern — Google, Amazon, Microsoft und Meta. Genau diese Kunden investieren nun massiv in eigene KI-Chips: Googles Ironwood TPU, Amazons Trainium-Serie, Microsofts Maia 200 und Metas MTIA-Beschleuniger sind allesamt darauf ausgelegt, die Abhängigkeit von Nvidia-Hardware zu reduzieren. Semiconductor-Analyst Jay Goldberg von Seaport Research formuliert es direkt: „Das hat das Potenzial, Nvidia vollständig zu destabilisieren — ich halte das für ein erhebliches Risiko.“

Zahlen stützen diese Sorge. TrendForce prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 44,6 Prozent bei anwendungsspezifischen Chips (ASICs) — gegenüber 16,1 Prozent bei Standard-GPUs. Erstmals wachsen kundenspezifische KI-Chips schneller als Nvidias Kernprodukt.

Das Gegenargument: Nachfrage überwältigt alles

CEO Jensen Huang hält dagegen. Auf der Analystenkonferenz sprach er von einer „parabolischen“ Nachfrageentwicklung und verwies auf eine wachsende Käuferschicht — KI-Start-ups, Unternehmen und Regierungen — die keine eigenen Chips entwickeln und es auch nicht vorhaben.

Bernstein-Analyst Stacy Rasgon teilt diese Einschätzung: „Ich interessiere mich gerade nicht wirklich dafür, wer gewinnt oder verliert. Das ist die falsche Frage.“ Sein Argument: KI-Agenten treiben den Rechenbedarf so stark, dass der limitierende Faktor schlicht die Produktionskapazität ist — und wer liefern kann, verkauft.

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Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. China-Erlöse aus dem Datencenter-Segment sind darin nicht eingerechnet.

Rückkauf und Dividende als Vertrauenssignal

Parallel zu den Quartalszahlen kündigte der Verwaltungsrat am 18. Mai ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm von 80 Milliarden Dollar an — ohne Laufzeitbegrenzung. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie, zahlbar am 26. Juni an Aktionäre, die am 4. Juni im Register stehen. Im ersten Quartal flossen bereits rund 20 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück.

UBS-Stratege Maxwell Grinacoff wertete die Dividendenerhöhung als möglichen Präzedenzfall: Sie könnte „anderen großen S&P-500-Unternehmen mit solider Free-Cashflow-Rendite die Tür öffnen, Dividenden einzuführen oder zu erhöhen.“

Kurs unter Druck, Trend intakt

Die Aktie notiert bei 178,08 Euro — rund zwölf Prozent unter dem Mitte-Mai-Hoch von 202,50 Euro, aber noch deutlich über dem Jahrestief von 122,90 Euro aus dem Sommer 2025. Der RSI liegt bei 45, die Volatilität auf Jahresbasis bei knapp 44 Prozent.

Das eigentliche Spannungsfeld bleibt bestehen. Nvidias Management erwartet, dass die KI-Investitionen der Hyperscaler 2027 auf eine Billion Dollar steigen werden. Ob ein Teil dieser Summe zunehmend in eigene Chips fließt oder weiterhin in Nvidias Auftragsbücher — diese Frage wird die Bewertung des Unternehmens auf absehbare Zeit bestimmen.

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