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Nvidia Aktie: 50 Prozent Kunden in Asien gestrichen

Nvidia streicht über die Hälfte seiner Kunden in Asien von der Whitelist. Neue Exportkontrollen sollen KI-Chip-Schmuggel nach China unterbinden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mehr als 50 Prozent Kunden gestrichen
  • Neue Positivliste für Chipkäufer
  • Verschärfte Prüfungen in Asien
  • Aktie zeigt sich trotzdem robust

Mehr als die Hälfte der Käufer verschwindet von einer Liste – und Nvidia selbst streicht sie. Der Chipkonzern hat seine Kontrollen in Singapur, Malaysia und Japan drastisch verschärft. Das Ergebnis: Über 50 Prozent der bisherigen Kunden in diesen Märkten fliegen von der Einkaufsliste.

Whitelist statt Vertrauen

Nvidia führt eine Positivliste geprüfter Abnehmer ein. Wer nicht drauf steht, bekommt keine Chips mehr. Der Grund liegt auf der Hand: Die USA wollen verhindern, dass leistungsstarke KI-Prozessoren über Umwege nach China gelangen.

Die neuen Prüfungen gehen tief. Nvidia besucht Rechenzentren vor Ort, durchforstet Verträge und befragt Endkunden direkt. Das US-Handelsministerium ist nach Berichten vom 14. Juli eingebunden – Washington will Schlupflöcher in den Exportkontrollen schließen und den Schwarzmarkt für High-End-Chips austrocknen. Unternehmen, die durchfallen, können sich nach Nachbesserung erneut bewerben.

China bekommt trotzdem einzelne Chips

Parallel zur Verschärfung gibt es eine Lockerung an anderer Stelle. Ein hochrangiger US-Vertreter bestätigte am 14. Juli, dass eine „sehr geringe“ Zahl von H200-KI-Chips bereits nach China ausgeliefert wird. Auch eine Tochtergesellschaft von ZTE hat grünes Licht für den Kauf erhalten.

Der Umfang bleibt aber klein. Auf den kurzfristigen China-Umsatz von Nvidia dürfte das kaum Einfluss haben.

Kurs zeigt sich robust

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 185,34 Euro. Binnen sieben Tagen legte sie um 4,45 Prozent zu, auf Monatssicht um 3,67 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,05 Prozent zu Buche.

Der Kurs liegt damit 1,88 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,92 Euro. Der RSI von 57,6 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Vom 52-Wochen-Hoch bei 202,50 Euro trennen die Aktie noch 8,47 Prozent.

Die Analystenzunft reagiert positiv. KeyBanc hob das Kursziel am 14. Juli von 310 auf 330 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Zacks stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und verwies auf verbesserte Gewinnaussichten.

Die schärferen Kontrollen in Asien und die vereinzelten China-Lieferungen zeigen ein Unternehmen im Spagat: Nvidia will Wachstumsmärkte bedienen, ohne die US-Regularien zu verletzen. Wie viele Kunden am Ende die neue Whitelist-Prüfung bestehen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn erste Unternehmen ihre Nachbesserungen einreichen.

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