Nvidia schloss am Freitag bei 181,96 Euro. Das ist fast exakt die wichtige 50-Tage-Linie. Der Kurs pendelt unentschlossen. Die Aktie verdaut ihren bemerkenswerten Lauf der vergangenen Monate. Auf Sicht eines Jahres steht immer noch ein sattes Plus von 46 Prozent. Der Chart ist nicht kaputt. Er wartet auf eine Erlaubnis.
Das 25-Milliarden-Signal
Das wichtigste Ereignis der vergangenen Woche war kein neues Produkt. Es war eine gigantische Anleihe. Nvidia platzierte Papiere im Wert von 25 Milliarden US-Dollar. Investoren rissen dem Konzern die Schuldscheine förmlich aus den Händen. Die Orderbücher zeigten eine Nachfrage von rund 85 Milliarden Dollar. Das Angebot wurde daraufhin massiv aufgestockt.
Warum leiht sich eine Gelddruckmaschine wie Nvidia überhaupt Geld? Das Management sichert sich langfristige Finanzierungen zu attraktiven Zinsen. Die Laufzeiten reichen bis ins Jahr 2056. Nvidia bewahrt sich damit finanzielle Flexibilität. Vor allem sendet der Konzern ein klares Signal. Das Management glaubt an einen extrem langen Investitionszyklus bei Künstlicher Intelligenz.
Die Welle der Hyperscaler
Dieser KI-Zyklus verschlingt Unsummen. Morgan Stanley prognostiziert einen massiven Kapitalbedarf der großen Cloud-Anbieter. Diese sogenannten Hyperscaler könnten in diesem Jahr gemeinsam Anleihen für 400 Milliarden Dollar ausgeben. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 165 Milliarden Dollar.
Diese Welle an frischem Kapital stützt die Nachfrage nach Nvidia-Chips direkt. Analysten bleiben extrem bullisch. Die zentrale Debatte am Markt hat sich verschoben. Ist die Nachfrage real? Das bezweifelt niemand mehr. Die Frage lautet heute: Wie viel dieser gigantischen Nachfrage steckt bereits im aktuellen Aktienkurs?
Makro-Daten als Zünglein an der Waage
Die Antwort darauf sucht der Markt in dieser Woche. Am Mittwoch hält Nvidia seine virtuelle Hauptversammlung ab. Solche Termine bewegen Kurse selten direkt. Der Zeitpunkt ist allerdings spannend. Angesichts der jüngsten KI-Partnerschaften achten Investoren genau auf strategische Updates. Jedes Wort des Managements zur Wettbewerbslandschaft wird auf die Goldwaage gelegt. Der Markt bewertet Nvidia aktuell mit über 4,4 Billionen Euro.
Der wichtigste Impuls kommt jedoch von außen. Am Donnerstag veröffentlichen die US-Behörden die PCE-Inflationsdaten für Mai. Das ist das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank. Für eine Aktie mit einer annualisierten Schwankungsbreite von über 40 Prozent sind Makro-Überraschungen gefährlich. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, sinken die Zinssenkungshoffnungen. Das belastet hoch bewertete Tech-Aktien sofort. Ein kühlerer Wert befeuert den Kurs.
Die technische Ausgangslage ist klar definiert. Die Aktie notiert rund zehn Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Mai. Die 50-Tage-Linie bei 180,04 Euro bildet nun die entscheidende Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke signalisiert eine tiefere Konsolidierung. Hält das Niveau, bleibt der Weg in Richtung Allzeithoch frei.
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