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Nvidia Aktie: 11. Juni vor Senat über China-Exporte

Nvidia erholt sich leicht, bleibt aber unter dem Rekordhoch. Analysten sehen trotz politischer Risiken und technischer Signale Kurspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von 2,45 Prozent zum Wochenstart
  • Abstand zum Rekordhoch beträgt knapp 10 Prozent
  • Senatorin Warren lädt zu China-Anhörung
  • RSI signalisiert neutrale Marktlage

Nvidia erholt sich zum Wochenstart, aber die Erleichterung hat einen Haken. Der Kurs liegt bei 182,44 Euro und damit 2,45 Prozent über dem Freitagsschluss, nach einer Wochenbilanz von minus 5,41 Prozent. Die Aktie federt also zurück, ohne den jüngsten Rückschlag schon abzuschütteln.

Der Abstand zum Rekord bleibt spürbar. Zum 52-Wochen-Hoch bei 202,50 Euro vom 14. Mai 2026 fehlen knapp 9,91 Prozent. Damit ist die Aktie weiter in Reichweite der alten Spitze, aber kurzfristig nicht mehr im Angriffsmodus.

Politik trifft auf Charttechnik

Der Rücksetzer der Vorwoche hatte zwei Auslöser. Ein stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht für Mai dämpfte die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen der Fed. Das traf vor allem hoch bewertete Tech-Werte.

Parallel dazu rückt Nvidia politisch stärker ins Licht. Senatorin Elizabeth Warren hat CEO Jensen Huang eingeladen, am 11. Juni vor dem Senatsausschuss für Banken über das China-Geschäft und die Einhaltung der US-Exportkontrollen auszusagen. Für einen Konzern, dessen KI-Chips im Zentrum globaler Technologiekonflikte stehen, ist das mehr als ein Randtermin.

Auch das Handelsbild mahnt zur Vorsicht. In den vergangenen zehn Handelstagen gab die Aktie in sieben Sitzungen nach. Am letzten schwachen Handelstag stieg das Volumen um 47 Millionen Aktien, was technische Analysten häufig als Warnsignal werten.

Aufwärtstrend intakt, Momentum neutral

Die größeren Trendlinien sprechen noch für Nvidia. Der Kurs liegt 4,28 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 174,96 Euro. Diese Marke bildet nun die erste wichtige Unterstützung.

Auch die längeren Durchschnitte liegen klar darunter. Der 100-Tage-Durchschnitt verläuft bei 165,94 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 161,60 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 12,90 Prozent.

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Das Bild ist damit zweigeteilt. Mittel- und langfristig bleibt der Trend konstruktiv. Kurzfristig hat die Aktie aber Schwung verloren, obwohl sie seit Jahresanfang noch 13,25 Prozent im Plus liegt und auf Zwölfmonatssicht 46,44 Prozent gewonnen hat.

Der RSI zeigt diesen Stimmungswechsel deutlich. Mit 49,3 liegt der 14-Tage-Indikator fast exakt in der neutralen Zone, weit weg von der überverkauften Marke bei 30 und ebenso entfernt vom überkauften Bereich oberhalb von 70. Nach dem Rücksetzer ist das eher ein Reset als ein klares Verkaufssignal.

Die entscheidenden Marken

Die kurzfristige Unterseite beginnt bei der 50-Tage-Linie. Fällt Nvidia nachhaltig unter 174,96 Euro, würde sich das Chartbild sichtbar eintrüben.

Darunter rückt der Bereich um den 100-Tage-Durchschnitt in den Blick. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 122,90 Euro, der aktuelle Kurs steht noch 48,45 Prozent darüber. Das zeigt, wie groß der Abstand zur echten Schwächezone weiterhin ist.

Auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch die zentrale Hürde. Erst ein bestätigter Schlusskurs über 202,50 Euro würde den alten Aufwärtstrend wieder klar in den Vordergrund rücken. Bis dahin sieht der Chart eher nach Konsolidierung aus.

Die Schwankungsbreite passt zu diesem Bild. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 43,47 Prozent, während die Aktie über einen Monat nahezu unverändert bei minus 0,09 Prozent steht. Viel Bewegung, wenig Richtung.

Analysten bleiben trotzdem deutlich optimistischer als der Markt. Das Konsens-Kursziel liegt bei 258,31 Euro und impliziert 41,6 Prozent Potenzial; Grundlage sind Einschätzungen von 38 Analysten mit einem starken Kaufvotum. Der nächste harte Test kommt am 11. Juni: Jede Aussage zu China-Exporten kann die Aktie schnell aus ihrer engen Spanne drücken.

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Diskussion zu Nvidia

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.